Projekt-Management: Viel Ärger und schlechte Karriereaussichten

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Auch wenn IT und Fachabteilungen erkannt haben, dass es ohne Projektarbeit nicht geht, nutzen sie dieses Instrument nicht immer professionell. Oft werden die falschen Mitarbeiter eingesetzt oder die guten vergrault.

Ohne Projekt-Management kommen IT-Organisationen nicht mehr aus. Unabhängig davon, was ansteht, sei es eine Produkteinführung, Prozessoptimierung, Umstrukturierung, Firmenzusammenschluss oder selbst Mitarbeiterentlassungen - für alles wird in der Regel ein Projekt definiert. Das klingt einleuchtend, denn jahrelange Erfahrungen haben das Potenzial von Projektorganisationen eindrucksvoll belegt. Oft wurden Arbeitsabläufe neu definiert, Prozesse bekamen eine größere Dynamik, und Kosten wurden transparenter.

Auf der anderen Seite gibt es die immer wieder aus Studien und Untersuchungen zitierten Zahlen, die große Probleme beim Projekt-Management belegen. Zu lesen ist beispielsweise, dass nur zehn Prozent der IT-Projekte in deutschen Unternehmen weder den Zeit- noch den Budgetrahmen sprengen, oder dass 75 Prozent der Projektleiter den Status der Vorhaben nicht genau kennen. Diese Zahlen werden in der aktuellen Branchenkrise nicht besser. Überall - das bestätigen Projektleiter gegenüber der CW - nimmt der interne Kostendruck zu, Umstrukturierungen sind an der Tagesordnung.

Damit geraten laufende Projekte unter Druck, ihr erfolgreicher Abschluss wird unsicher. Kommen noch externe Faktoren hinzu, etwa wenn Zulieferer oder Partner Pleite gehen oder Personal entlassen, ist das Scheitern des Projekts die Folge. Firmenintern ist zu beobachten, dass die Fachabteilungen die Hoheit über IT-Projekte gewinnen, nach dem Motto: Wer zahlt, schafft an. Die Diskussionen konzentrieren sich nur noch auf ein Thema: Welchen Nutzen bringt das Vorhaben? Der IT-Abteilung wird aus leidvoller Erfahrung der Vergangenheit nicht zugetraut, die Kosten im Griff zu behalten.

Georg Rubin, Entero

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