SOA Testing-Anbieter Mindreef

Progress schnappt sich den nächsten SOA-Spezialisten

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Wenige Tage nach der angekündigten Übernahme von Iona meldet Progress Software einen weiteren Zukauf.

Progress Software setzt seine Einkaufstour in Sachen Service-orientierte Architekturen (SOA) fort. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Bedford, Massachusetts, gemeldet, den irischen Konkurrenten Iona für rund 162 Millionen Dollar zu kaufen. Zu dieser Zeit arbeitete das Management bereits fieberhaft an der nächsten Akquisition. Heute teilte Progress mit, der Kauf der amerikanischen Softwareschmiede Mindreef sei bereits abgeschlossen.

Mit seinen SOAPscope-Tools hat sich die privat gehaltene Mindreef auf das Testing von SOA-Anwendungen spezialisiert. Mindreef-Kunden hätten keinerlei Einschränkungen beim Support und beim Service zu befürchten, so die offizielle Mitteilung. Progresse plane derzeit nicht, Produkte des Tool-Anbieters einzustellen. In einem Webcast Ende Juli sollen Kunden die strategischen Hintergründe des Deals erfahren. Die Produktpalette Mindreefs ergänze das eigene Angebot an SOA-Governance-Tools, erklärte ein Progress-Manager. Mit der Kombination der eigenen Actional-Produkte und SOAscope sei Progress das einzige Unternehmen, das den gesamten SOA-Lebenszyklus mit Funktionen für SOA Quality, Validation und Runtime Governance adressiere.

Ronald Schmelzer vom SOA-Beratungshaus Zapthink nannte den Zukauf einen großen Schritt nach vorne. Mit Hilfe des Mindreef-Portfolios verstärke Progress sein Angebot an hochkarätigen SOA-Komponenten. Zugleich helfe es dem Anbieter dabei zu kommunizieren, dass es bei SOA nicht nur um Web-Services und ESBs gehe (ESB = Enterprise Service Bus). Schmelzer: "SOA verändert die Art und Weise, wie wir über IT-Ressourcen denken und diese konsumieren." Dazu bedürfe es unter anderem einer robusten Plattform. Sowohl der Iona- als auch der Mindreef-Deal bringen Progress Vorteile, ergänzte Schmelzers Kollege Jason Bloomberg. Governance, Qualität und Management seien für SOA-Vorhaben wichtiger als Middleware.

Eigenen Angaben zufolge zählt Mindreef rund 3000 Anwender aus mehr als 1200 Unternehmen zu seinen Kunden, darunter 40 der Fortune-100-Companies. Zapthink geht davon aus, dass noch mehr Anbieter von SOA-Plattformen ihre Stacks um Testing-Systeme erweitern. Als heißen Übernahmekandidaten in diesem Kontext nennen sie die Softwareschmiede iTKO.

Mehr zum Thema Service-orientierte Architekturen finden Sie im CW-Experten-Blog SOA meets BPM.