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Prognosen-Top-10 der IDC für 2004

04.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Jedes Jahr zu Anfang Dezember veröffentlichen die Marktforscher der IDC ihre zehn wichtigsten Prognosen für das kommende Jahr. Die für 2004 sind eben eingetrudelt, und wir wollen sie ihnen bei allem berechtigten Vorbehalt nicht vorenthalten. Und los geht's…

Es gibt eine "Technik-Wiederauferstehung": Die Anzeichen verstärken sich, dass der Aufschwung im IT-Sektor nächstes Jahr noch besser ausfällt als bislang erwartet. Die IT-Investitionen sollen nun um sechs bis acht Prozent oder noch mehr steigen, meinen die Auguren. Mehr dazu im Q403-Update des "IDC Black Book" im Januar.

"Commodity-Strategien" (z.B. x86, Linux) gewinnen die Oberhand und fordern Server- und Software-Marktführer: 2004 werden laut IDC erstmals praktisch alle führenden Anbieter in den Bereichen Hard- und Software standardbasierende Produkte als Zentrum ihrer Zukunft ansehen. Eine enorme Herausforderung, sich da vom Wettbewerb zu differenzieren.

Utility Computing ist gleich Futility Computing: Utility Computing ist langfristig eine sichere Wette, glaubt IDC. Vorerst aber kennzeichne Futility (= Nutzlosigkeit) den Markt. Denn die anfänglich bescheidenen Investitionen würden zunächst nur dem Infrastruktur-Management dienen und keine Geschäftsprobleme lösen.

Offshore-IT-Services bleiben: Drei Jahre Abschwung haben Offshore-Dienstleistungen befördert, eine Markterholung wird diesen Trend laut IDC nicht mehr umkehren.

IT-Anbieter bemühen sich, ein Business-Gesicht aufzusetzen: Die Zukunft des IT-Markts hängt laut IDC davon ab, wie gut es den Anbietern gelingt, zu verstehen, wie IT Geschäftsprobleme lösen kann, Angebote zu erstellen die diese Probleme adressieren und die Werte der IT Business-Leuten in deren eigener Sprache zu vermitteln.

Sechs Prioritäten auf CEO-Ebene treiben das Investitionswachstum: IDC erwartet, dass sich der Schwerpunkt der Ausgaben von Infrastrukturverwaltung und Kostenkontrolle in Richtung wachstums- und effizienzorientierter Geschäftsinitiativen verlagert. Nämlich 1. Erfüllung von Auflagen (Basel II, Sarbanes-Oxley usw.) 2. Produktinnovation/-entwicklung 3. Post-Merger-Integration 4. Eine Kundensicht über alle Kanäle und Angebote hinweg 5. Besserer Return on invested Capital 6. Auf-/Ausbau von Dienstleistungen.

Eine RFID-Blase wächst - und platzt: Mit Blase meinen die Auguren, dass Ausgaben und Marketing der Hersteller den Investitionen der Kunden meilenweit voraus sein werden. Es werde sich zudem herausstellen, dass eine komplette RFID-Infrastruktur bei weitem nicht so einfach zu errichten ist wie gedacht.

Public WiFi rennt weiter, Enterprise-WiFi wird gestestet: Die Anzahl öffentlich zugänglicher WLAN-Hotspots soll sich im kommenden Jahr auf 85.000 fast verdoppeln, Westeuropa nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Im Unternehmen dauert die Verbreitung noch - oft fehlt ein echter Nutzen.

Ein neues China und eine neue EU entstehen: Die IT-Märkte in China und der Europäischen Union werden künftig größer und bedeutender als bisher - in China, weil der Markt dafür endlich reif ist, die EU durch die Vergrößerung von 15 auf 25 Mitgliedsstaaten.

Der nächste Sprung bei digitalen Medien passiert mal wieder zuhause: Die Verbreitung neuer Techniken und Geräte findet einmal mehr im Consumer-Markt statt. Der Trend geht laut IDC unter anderem zu Kamerahandys (mit Datenschutz-Problemen!), DVD-Rekordern (Hollywoods Alptraum), Breitband-Netzzugängen und dem massiven Markteinstieg von "Post-PC"-Anbietern wie HP und Dell.

(tc)