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Prognose: Zwei Drittel der TK-Firmen vor dem Aus

30.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Experteneinschätzungen zufolge steht den TK-Unternehmen drei Jahre nach dem Fall des Telefonmonopols eine Pleitewelle bevor. "Viele Unternehmen sind zu klein", so Christian Müller-Elschner, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger, gegenüber der "Welt am Sonntag". Er erwartet, dass zwei Drittel der derzeit bekannten Telekommunikationsunternehmen in der jetzigen Form nicht überleben können. Sie würden entweder von größeren Wettbewerbern geschluckt oder verschwänden ganz vom Markt. Gescheitert sind dem Bericht zufolge bereits die Firmen Gigabell, Callino und Star Telecom. Der insolvente Marburger Telekom-Anbieter Teldafax bemüht sich derzeit um einen Fusionspartner (Computerwoche online berichtete).

Laut Müller-Elschner sind mangelnde Konzepte der Firmen für den Misserfolg verantwortlich zu machen. Vor allem die kleineren Telefongesellschaften hätten sich auf Call-by-Call-Angebote spezialisiert. Die Unternehmen verlieren ihre Kunden jedoch bald wieder, sobald andere Anbietern mit Billigtarifen locken. Nach Einschätzung des Experten wird der steigende Wettbewerb im Ortsnetz zu einem weiterem Margenverfall führen.

Andreas Gentner, Partner bei Arthur Andersen, rechnet damit, dass in den kommenden Monaten ein Drittel der Unternehmen vom Markt verschwinden wird. Vor allem Geschäftskunden würden den jungen Unternehmen verstärkt den Rücken kehren und wieder zur Deutschen Telekom wechseln.