Web

 

Profi-Fotografen bevorzugen analoge Technik

20.09.2007
Von pte pte
Während die digitale Revolution im Consumer-Bereich bereits stattgefunden hat, bevorzugen zwei Drittel der professionellen Fotografen immer noch analoge Technik. Eine Studie des Unternehmens Kodak kam durch die Befragung von 9.000 US-amerikanischen hauptberuflichen Fotografen zu diesem Ergebnis. "Ich fotografiere aufgrund der Notwendigkeit genauso oft digital wie jeder andere", so der Fotojournalist Chris Usher gegenüber der "Los Angeles Times". "Ich verwende Film aber für 100 Prozent meiner privaten Projekte. Qualität und Tiefenschärfe kommen bei der analogen Fotografie deutlicher zur Geltung."

Obwohl sich die Fotografie durch digitale Technologie von Grund auf geändert hat, geben zwei Drittel der befragten Profis an, analogen Film bei besonderen Aufgaben zu bevorzugen. Bilder bekämen durch die vermeintlich veraltete Technik eine beinahe organische Qualität, so die Experten. "Film besteht physikalisch gesehen aus vielen Schichten von verschiedenfarbigen Körnern", so Usher. "Es ist schwer zu beschreiben, aber dadurch bekommen Bilder eine Art von Micro-Dreidimensionalität, die man tatsächlich sehen kann." Im Gegensatz dazu machten Digitalfotos einen sehr flachen Eindruck auf ihn.

"Der vielleicht größte Nachteil der Digitaltechnologie ist, dass man mehr Zeit vor dem Computer als hinter der Kamera verbringt", so Usher. Rohe Digitalfotos müssten am Bildschirm aufwendig nachbearbeitet werden. "Wenn mir ein Kunde die Wahl lässt, benutze ich Film", meint auch Matthew Jordan Smith, Modefotograf aus Los Angeles. "Die Qualität der Digitalfotografie wird immer besser und vielleicht überlebt Film nur in der Kunstszene, aber es wird immer Menschen geben, die diese Technik bevorzugen."

Nach einer vierjährigen Umstellungsphase auf digitale Technologie glaubt Kodak weiterhin, dass der analoge Sektor, der dem Unternehmen ein Jahrhundert lang große Umsätze beschert hat, langfristig genug abwerfen wird, um ihn durch die bislang schwierigste Phase in der 126-jährigen Kodak-Geschichte zu retten. Mit 34.000 Angestellten hat sich die Mitarbeiteranzahl von Kodak innerhalb der vergangenen vier Jahre halbiert. (pte)