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Prodi gibt Erklärung zu Telecom Italia ab - Tumulte im Parlament

29.09.2006
Eine Erklärung des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi zu den Umbauplänen der Telecom Italia hat am Donnerstag im Parlament in Rom zu tumultartigen Szenen geführt.

In seiner Rede bestritt Prodi, von dem Strategiewechsel des Telekom-Konzerns gewusst zu haben. Der vor zwei Wochen zurückgetretene Telecom-Chef Marco Tronchetti Provera habe ihn nicht über die Pläne informiert, die Festnetz- und Mobilfunksparte trennen und das Unternehmen in einen Medienkonzern umwandeln zu wollen, erklärte Prodi.

"Ein Konzern ist nicht verpflichtet, die Regierung über seine Pläne zu informieren", sagte er. Jedoch könne die Regierung bei allem Respekt für die Autonomie eines Unternehmens dessen Schicksal nicht gleichgültig gegenüberstehen. Nachdem die Pfiffe und Buh-Rufe aus den Reihen der Opposition auch nach mehrmaliger Ermahnung des Präsidenten der Abgeordnetenkammer Fausto Bertinotti nicht verstummten, unterbrach dieser die Sitzung.

In den vergangenen Wochen waren Gerüchte aufgekommen, wonach Telecom Italia zum Abbau seiner enormen Schulden die Mobilfunktochter TIM ins Ausland verkaufen wolle. Prodi sprach sich gegen eine Veräußerung aus. Jedoch dementierte er, dass die Regierung mit ihrem Eingreifen den freien Markt einschränke. Das Thema erregt in Italien seit Wochen die Gemüter. Kritiker warfen Prodi eine "dirigistische Haltung" vor. (dpa/tc)