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Prodacta fliegt Ende Dezember vom Neuen Markt

27.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Börse schließt den in finanzielle Bedrängnis geratenen IT-Dienstleister Prodacta mit Wirkung zum 26. Dezember vom Neuen Markt aus. Damit muss bereits das siebte Unternehmen das ehemalige Wachstumssegment der Deutschen Börse wegen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verlassen. Das seit Juni 1999 börsennotierte Unternehmen hatte Anfang August seine Zahlungsunfähigkeit mitgeteilt. Anfang November eröffnete das Amtsgericht Karlsruhe das Insolvenzverfahren. Prodacta soll in den vergangenen beiden Jahren fast 40 Millionen Mark Verlust gemacht haben.

Vor Prodacta wurden bereits die Aktien von Kabel New Media, Management Data, Infomatec und MB Software vom Kurszettel gestrichen. Anfang Dezember laufen die Fristen für Lipro und Micrologica aus. Grund ist das seit Anfang Oktober verschärfte Regelwerk, mit dem die Betreiber wieder Vertrauen in den Neuen Markt schaffen wollen. Nach den neuen Delisting-Regeln bleibt zahlungsunfähigen Firmen nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens noch ein Monat Zeit, um wieder liquide zu werden. Betroffen sind von der Neuregelung außerdem Unternehmen, deren Aktienkurs an 30 aufeinander folgenden Börsentagen den Kurs von ein Euro unterschreitet und deren Marktkapitalisierung zugleich unter 20 Millionen Euro sinkt. Übertrifft eine Firma in den darauf folgenden 90 Handelstagen nicht an mindestens 15 aufeinanderfolgenden Tagen beide Grenzwerte, streicht die Deutsche Börse die Aktie von der Kursliste.