TeamQuest

Kapazitäts-Management

Probleme nicht mit Hardware erschlagen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Virtualisierte Serverlandschaften sollen größere Flexibilität bringen und dabei weniger kosten. Ohne ein ausgefeiltes Kapazitäts- und Performance-Managements sind diese Ziele nicht zu erreichen.
Foto: Fotolia / pixeltrap

Kapazitäts- und Performance-Management gibt es schon so lange, wie Computer im kommerziellen Einsatz sind. Aber während sie sich früher auf die Leistung einzelner Rechner oder das Zusammenspiel von Rechner, Peripherie und Storage richteten, kommt im Zeitalter von Cloud Computing und virtualisierter Infrastrukturen eine neue Dimension hinzu. Denn jetzt geht es darum, die Server-übergreifende Lastverteilung und Performance eines Pools von Servern in einem zentralen Management-Ansatz zu erfassen und zu steuern. – In großen Rechenzentren (RZ) können das leicht Hunderte oder gar Tausende virtueller oder physischer Server sein, die es zu administrieren gilt.

Damit gehört die Weisheit altgedienter RZ-Mitarbeiter, Performance-Probleme „mit Hardware zu erschlagen“ - also immer dann aufzurüsten, wenn das System an die Leistungsgrenze kommt - wohl endgültig der Vergangenheit an. Denn das Prinzip (angemessen dimensionierter) virtualisierter Server-Pools geht gerade von der Annahme aus, dass genügend Rechenleistung für alle Anforderungen zur Verfügung steht, die bei Bedarf zugewiesen werden kann. In einer solchen IT-Landschaft bringt zusätzliche Hardware natürlich keinen Performance-Gewinn, sondern führt lediglich zu schlechterer Auslastung und unnötigen Überkapazitäten.

Umso wichtiger wird das Management der Ressourcen, denn nur wenn diese wirklich jederzeit für die Systeme zur Verfügung stehen, die sie gerade benötigen, geht die Rechung auf: Die Hardware-Kosten sinken, die Auslastung steigt. Cloud Computing stellt die Verantwortlichen deshalb vor eine ganze Reihe neuer Herausforderungen. Denn Cloud-Infrastrukturen basieren typischerweise auf gemeinsam genutzten, virtualisierten Umgebungen und Server-Pools. Diese komplexen Systeme lassen sich nur mit ausgefeilten Management-Tools für die automatisierte Server- und Lastverteilung, Self-Service-Kataloge, Service Level Agreements, das verbrauchsabhängige Messen und Abrechnen von IT-Ressourcen sowie das dynamische Zuschalten und Freigeben von Ressourcen bewältigen.

„Kapazitätsmanagement ist eine wichtige Voraussetzung, um die zielgerechte Umsetzung von IT-Services im Hinblick auf Performance, Verfügbarkeit, Ausbaufähigkeit und Kosteneffizienz sicherzustellen“, sagt IDC-Analyst Grieser.
„Kapazitätsmanagement ist eine wichtige Voraussetzung, um die zielgerechte Umsetzung von IT-Services im Hinblick auf Performance, Verfügbarkeit, Ausbaufähigkeit und Kosteneffizienz sicherzustellen“, sagt IDC-Analyst Grieser.

„Kapazitätsmanagement ist ein kontinuierlicher Prozess, der dafür sorgt, dass die Hard- und Software-Infrastrukturkomponenten genau so dimensioniert und ausgelastet sind, dass sie die angestrebten Service Level IT-basierter Dienste erfüllen“, schreibt im Tim Grieser, Vice President für Enterprise System Management Software bei IDC, in der Studie „ Optimizing Datacenter and Cloud Performance: The TeamQuest Approach“. Dabei umfasse Kapazitätsmanagement sowohl das Ressourcen-Planung als auch das Performance-Management, so der Analyst.

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