"Privat- und Berufsleben verschmelzen"

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Für Sebastian Krause, Chef der IBM Software Group in Deutschland, bedeutet Mobile Computing vor allem mehr Produktivität. Im Gespräch mit CW-Redakteur Heinrich Vaske räumt Krause jedoch auch Risiken ein.

CW: Sun Microsystems machte kürzlich Schlagzeilen damit, dass Mitarbeiter im großen Stil von zu Hause aus arbeiten sollen. Wer keinen Breitbandanschluss bekommen kann, soll umziehen, hieß es. Geht IBM ähnlich radikal vor?

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was IBM seinen Mitarbeitern in Sachen Mobilität abverlangt;

dass Mobile Computing die Produktivität erhöht und die Kosten senkt;

wie groß das Risiko ist, dass sich Mitarbeiter selbst ausbeuten und unter Burnout leiden;

wie IBM diesem Problem vorbeugt.

KRAUSE: Bei uns gilt das Konzept des mobilen Arbeitsplatzes. Jeder Mitarbeiter, der von zu Hause arbeiten möchte, kann es in Anspruch nehmen. Gibt es keine DSL-Anschlussmöglichkeit, versuchen wir eine andere Breitbandverbindung herzustellen: via Funk über UMTS etwa, gelegentlich reicht aber auch eine Dial-up-Verbindung über das normale Telefonnetz. Mit den Tools, die wir im Einsatz haben, auch mit Portalen, und mit den Replizierungsmöglichkeiten von Lotus Notes bekommen wir immer eine gute Arbeitsumgebung hin. Aber die Breitbandangebote werden immer besser, die Netzbetreiber bemühen sich stark, ihre Netze auszubauen.

CW: Seit wann gibt es bei Ihnen mobile Arbeitsplätze?

KRAUSE: Wir haben seit den frühen 90er Jahren außerbetriebliche Arbeitsplätze. Seit diesem Zeitpunkt existieren auch entsprechende Betriebsvereinbarungen. Seit Ende der 90er setzen wir auf ein weltweites Konzept, das wir E-Place nennen. Es kombiniert Mobilität mit festen Arbeitsplätzen. Dieses Konzept wird derzeit von mehr als 60 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland genutzt. In Europa sind es über 50 Prozent, die außerhalb von normalen Büroumgebungen arbeiten.

CW: Was bedeutet "außerhalb von normalen Büroumgebungen"? Kommen diese Kollegen gar nicht mehr rein, oder arbeiten sie in wechselnden Büros?

KRAUSE: Sie haben keinen fest zugeordneten Arbeitsplatz mit einer entsprechenden Büroausstattung wie eingerichtetem Schreibtisch, Schränken etc. Sie arbeiten entweder an flexiblen Arbeitsplätzen oder von zu Hause beziehungsweise von unterwegs.

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