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Bring Your Own Device

Privat-IT als Produktivitätsbremse

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Smartphones, iPhones und iPads sind zu ständigen Begleitern geworden, auf die kaum jemand mehr verzichten will. Unternehmen nutzen diesen Trend, um mit BYOD-Projekten die Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Eigentlich keine schlechte Idee – die manchmal aber auch den gegenteiligen Effekt haben kann.
Foto: Sony

Mitarbeiter lieben ihre tragbaren Mobilgeräte und nutzen sie allenthalben für Privates wie Geschäftliches. BYOD-Programme zielen darauf, die stetige Verfügbarkeit der Mitarbeiter und die technischen Möglichkeiten der Geräte für die Steigerung der Arbeitsproduktivität einzusetzen.

Der Grundgedanke: Der Mitarbeiter schafft das Gerät selbst an, tritt im Gegenzug zum Zugang zu Unternehmensdaten über E-Mail oder Apps einen Teil der Adminstrationsrechte an das Unternehmen ab. Dafür zahlt ihm das Unternehmen eine monatliche Pauschale als Zuschuss zu den Telekom-Gebühren.

Eine Rechnung, die in aller Regel aufgeht und von der beide Seiten profitieren. Der Mitarbeiter senkt seine Kosten für Gespräche und mobiles Internet. Der Arbeitgeber spart im Gegensatz zum Firmen-Handy den Kaufpreis ein und freut sich zudem über die ständige Erreichbarkeit des Mitarbeiters, der sein privates Gerät auch außerhalb der Arbeitszeiten und am Wochenende nicht abstellt.

Diese Vorteile können sich aber auch ins Gegenteil verkehren – nämlich dann, wenn der Mitarbeiter beruflich oder privat im Ausland weilt. Während der Arbeitgeber bei einem Firmen-Handy, das auf die geschäftliche Nutzung beschränkt ist, selbstverständlich auch die Roaming-Gebühren im Ausland übernimmt, sieht es bei den privaten Smartphones anders aus.

Denn die monatliche Pauschale deckt die oft horrenden Roaming-Gebühren nicht annähernd ab. Selbst engagierte Mitarbeiter, die in dringenden Fällen auch im Urlaub ein paar Stunden arbeiten würden, sind kaum bereit, sie aus eigener Tasche zu bezahlen. Auch die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber ist problematisch, weil der Mitarbeiter nur schwer die privat und geschäftlich verbrauchten Datenpakete auseinanderrechnen und belegen kann.

Arbeitgeber sollten deshalb mit Mitarbeitern, deren Erreichbarkeit auch im Urlaub unverzichtbar ist, entsprechende Vereinbarungen treffen – oder sie eben doch wieder mit einem Firmen-eigenem Dienst-Handy ausstatten.