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Milliardenübernahme unter Reiseportalen

Priceline schluckt Kayak

09.11.2012
In der Welt der Reiseportale bahnt sich eine große Übernahme an.
Kayak ist eine Preissuchmaschine für Reisen.
Kayak ist eine Preissuchmaschine für Reisen.

Das Online-Reisebüro Priceline will die Preissuchmaschine Kayak kaufen. Beide Firmen sind auch in Europa aktiv. Priceline hat nun das Branchenschwergewicht Expedia im Visier.

Bei den Buchungsportalen für Hotels, Flüge und Mietautos werden die Karten neu gemischt: Priceline.com will den Konkurrenten Kayak für 1,8 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,4 Milliarden Euro) kaufen. Die Verwaltungsräte beider US-Unternehmen seien sich einig über das Geschäft, erklärte Priceline am späten Donnerstag.

Kayak ist eine Preissuchmaschine für Reisen. Hier lassen sich Angebote zahlreicher Anbieter direkt miteinander vergleichen. Vor allem in den USA ist Kayak populär, es gibt aber auch eine deutschsprachige Website. Das Online-Reisebüro Priceline ist in Europa über die Tochter Booking.com aktiv.

Die Wettbewerbshüter und vor allem die Kayak-Aktionäre müssen bei der Übernahme noch mitziehen. Priceline bietet 500 Millionen Dollar in bar und den Rest der Summe in eigenen Aktien. Pro Kayak-Anteilsschein sollen 40 Dollar fließen, das ist ein Aufschlag von 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Die Aktie rückte nachbörslich entsprechend nach. Der Kurs der Priceline-Aktie sank dagegen leicht.

Kayak war erst im Juli an die Börse gegangen. Dass Priceline jetzt zuschlägt, wird als Angriff auf die Branchengröße Expedia gewertet. Konkurrent Expedia hatte seine Reisesuchmaschine und Bewertungsplattform abgespalten und Ende 2011 an die Börse gebracht. Priceline ist in den USA unter anderem durch Werbung mit "Raumschiff-Enterprise"-Star William Shatner (Captain Kirk) bekanntgeworden.

Priceline-Chef Jeffery Boyd räumte in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" zwar ein, dass man Kayak vor dem Börsengang hätten deutlich billiger kriegen können - die Aktie war damals noch zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar verkauft worden. Zugleich fühle man sich als Investor jetzt viel sicherer, weil Kayak den harten Platzierungsprozess durchlebt habe. Boyd hob unter anderem die mobile Software von Kayak hervor. (dpa/tc)