Pressespiegel
Das Wochenblatt "Die Zeit" (Nr. 42 vom 14. Oktober 1994) ueber die Wirtschaft in Europa: Braucht die EU also mehr Industriepolitik? Bruessel ist davon ueberzeugt und gibt die Stichworte vor: Liberalisierung geschlossener Maerkte, europaeische Netze, globale Informationsgesellschfat, Datenautobahnen. Unermuedlich produzieren die Eurokraten Papiere, um ihre Ambitionen zu konkretisieren. Der Titel des juengsten Dokuments: "Eine Politik der industriellen Wettbewerbsfaehigkeit fuer die Europaeische Union". Vorerst sind das nicht mehr als Angebote an die Mitgliedstaaten - und deren Begeisterung haelt sich in Grenzen. Nachdem die schlimmen Jahre der Rezession vorueber sind, halten es die meisten wohl eher mit der Devise "Jeder fuer sich" als mit der Erkenntnis "Die EU fuer uns alle".
Der Informatik-Professor Rudolf Bayer in dem Magazin "Focus" (41/1994) ueber die Gebuehrenpolitik der Telekom: Andere Laender, vor allem die USA, treiben den Aufbau des Information Superhighway mit grossen finanziellen und politischen Anstrengungen voran - zum Beispiel fuer Videokonferenzen, Telearbeit zur Verkehrsvermeidung, Ferndiagnose, Ferntherapie und Fernoperationen in der Medizin, Informationsdienste jeglicher Art vom Telefonbuch ueber Fahrplaene bis zu Theaterspielplaenen, Teleunterricht, digitale Bibliotheken, Electronic banking und elektronische Maerkte fuer Gueter und Dienstleistungen. Hier sind uns die Amerikaner jetzt schon weit voraus. Der Grund dafuer ist aber kein Technologierueckstand: Die Schuld daran traegt hauptsaechlich die verfehlte monopolistisch Gebuehrenpolititk der Telekom.
"Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein ueber die Wahl '94: Als wir 1945 aus dem Krieg zurueckkamen, glaubten wir mit Anton Tschechow, die Zukunft der Menschheit sei zumindest auf Jahrtausende gesichert. Gemessen an den gar nicht mehr bestreitbaren Trends in Richtung Lemmingshausen, wird dieser "Richtungswahl" nicht einmal eine Fussnote in der real dann nicht mehr existierenden "Geschichte" sicher sein.
