Web

 

Presse: Icahn verzichtet auf Aufspaltung von Time Warner

17.02.2006
Der einflussreiche US-Investor und Milliardär Carl Icahn verzichtet nach einem Zeitungsbericht auf seine Forderung, den Medienkonzern Time Warner in mehrere Firmen aufzuspalten.

Wie die "New York Times" in ihrer Onlineausgabe berichtete, verlangt er stattdessen von Time-Warner-Konzernchef Richard Parsons eine Erhöhung des geplanten Rückkaufs von Time-Warner-Aktien und eine Zusage für höhere Kostensenkungen. Icahn und eine von ihm geführte Investorengruppe halten rund 3,3 Prozent der Time-Warner-Aktien.

In der Vergangenheit war Kritik am stagnierenden Aktienkurs des weltgrößten Medienkonzern laut geworden und Investor Carl Icahn legte mehrere Forderungen der Aktionäre vor. So sollte der Medienkonzern aufgespalten werden, Time Warner eigene Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar zurückkaufen und Vorstandschef Parsons, der gegen eine Aufspaltung ist, zurücktreten. Icahns Pläne hätten aber bei den Investoren keinen Widerhall gefunden, schrieb die Zeitung.

Icahn habe sich in den vergangenen Tagen mit Parsons getroffen und seine massiven Forderungen auf wenige Punkte reduziert. Parsons hatte das Aktienrückkaufprogramm bereits von fünf auf 12,5 Milliarden Dollar erhöht und das Tempo beschleunigt. Beim Kurs von 17,97 Dollar ist Time Warner momentan rund 84 Milliarden Dollar wert.

Sollte es zu einer Einigung kommen, wäre dies ein wichtiger Sieg für Parsons, erklärte die Zeitung. Die Icahn-Gruppe habe angedeutet, dass sie nur fünf Verwaltungsratsmitglieder für den 14 Mitglieder umfassenden Time-Warner-Verwaltungsrat nominieren wolle.

Im Zuge der ursprünglichen Icahn-Pläne sollte Time Warner die Kabel-TV-Netze wie CNN und HBO sowie die Filmsparte mit dem Hollywood-Studio Warner Bros. erhalten. Die Onlinesparte America Online, die Verlagssparte und Time Warner Cable, der zweitgrößte Kabelfernseh-Systembetreiber der USA, sollten abgespalten und in selbstständige Unternehmen überführt werden. (dpa/tc)