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President und Chairman von Pioneer treten zurück

22.11.2005
Zwei Topmanager von Pioneer ziehen Konsequenzen aus dem erwarteten Rekordverlust im laufenden Geschäftsjahr.

Früher hätten die beiden Spitzenleute vermutlich Harakiri begangen, heute genügt bereits ein Rücktritt, um sich aus der Affäre zu ziehen: Als Konsequenz auf die schwachen Geschäftsergebnisse der ersten sechs Monate und den erwarteten Verlust im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 wollen Kaneo Ito und Kanya Matsumo, President beziehungsweise Chairman des japanischen Herstellers von Unterhaltungselektronik Pioneer, ihre Ämter zum 1. Januar niederlegen. Ito wird nach Angaben des Unternehmens durch Tamihiko Sudo, momentan Executive Vice President von Pioneer, ersetzt, bleibt jedoch als Berater weiterhin mit dem Konzern verbunden. Einen Nachfolger für Matsumoto, der zum einfachen Director degradiert wurde, nannte Pioneer zunächst nicht.

Der Wechsel sei ein Zeichen dafür, dass die Manager die Verantwortung für den enormen Ergebniseinbruch übernehmen, der durch den unerwartet niedrigen Absatz von Plasma-Bildschirmen und DVD-Recordern hervorgerufen wurde, erklärte Pioneer in einer Stellungnahme. Der Konzern hatte im Ende September abgelaufenen ersten Halbjahr 2005/06 einen Nettoverlust von umgerechnet rund 90,3 Millionen Euro verbucht, nachdem im Vorjahreszeittraum noch ein Profit von 35,5 Millionen Euro erzielt worden war. Im gesamten Geschäftsjahr rechnen die Japaner nun mit einem Rekorddefizit von 172 Millionen Euro -zuvor hatte das Unternehmen noch mit einem Nettogewinn von zirka 7,1 Millionen Euro gerechnet. (mb)