Web

 

Premiere verliert die Rechte an der Bundesliga

21.12.2005
Der Verlust der Bundesliga-Rechte hat dem Bezahlsender Premiere einen schweren Schlag versetzt.

Die Aktie brach bis zum Mittwochnachmittag um mehr als 38 Prozent auf 14,58 Euro ein. Zeitweise fiel das das Papier bis auf das Rekordtief von 12,55 Euro. Die Rechte für die Übertragungen der Spiele im Pay-TV für die kommenden drei Jahre erhielt von der kommenden Saison an ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena. Die Bundesliga-Übertragungen waren bisher einer der wichtigsten Pfeiler für das Geschäft von Premiere. Zuletzt hatte der Bezahlsender 3,4 Millionen Abonnenten.

Arena ist ein Zusammenschluss mehrerer Kabelnetzbetreiter mit mehr als sechs Millionen Kunden. Das Konsortium muss nun eine Sportredaktion aufbauen und darf von den Kunden maximal 20 Euro pro Monat verlangen. Premiere, seit mehr als zehn Jahren Partner der Liga, hatte zwar mehr Geld geboten, bestand aber auf Spielberichten im frei empfangbaren Fernsehen erst nach 22.00 Uhr. Stattdessen werden Zusammenfassungen weiterhin von 18.30 Uhr an bei der ARD zu sehen sein.

"Es gibt mit Ausnahme von Premiere nur Gewinner", kommentierte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder. "Ich habe gedacht, Premiere ist beweglicher, aber sie haben auf stur geschaltet, was die Sportschau anbelangt."

"Mit dieser Entscheidung ist Premiere vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt", sagte Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Es sei nun schwierig einzuschätzen, wie der faire Wert der Aktien sei. So gebe es etwa keine genauen Angaben darüber, wie viele Kunden durch den Verlust der Rechte verloren gingen. Ein Medien-Analyst sagte, die Zahl der Abonnenten dürfte "drastisch zurückgehen".

Der Sender selbst verwies darauf, dass man nun einen erheblich größeren finanziellen Spielraum haben werde, um das Angebot in allen Bereichen auszubauen. Beim Fußball gebe es noch Ereignisse wie die UEFA Champions League oder die Fußball-WM 2006 im Angebot. (dpa/tc)