Gewinn sinkt

Preiskampf setzt France Telecom zu

24.04.2013
Der brutale Preiskampf in Frankreich setzt dem Telekommunikationskonzern France Telecom weiter schwer zu.
Zentrale von France Telecom in Paris
Zentrale von France Telecom in Paris
Foto: France Telecom

Im ersten Quartal sackte der operative Gewinn (EBITDA) um neun Prozent auf 3,12 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte. Der Umsatz ging um 5,9 Prozent auf 10,28 Milliarden Euro zurück. Die Zahlen lagen in etwa in Höhe der Erwartungen von Analysten.

Die Aktie legte am Mittwochvormittag mehr als 2,5 Prozent zu. Nach Einschätzung der Bernstein-Research-Analystin Robin Bienenstock ist inzwischen viel Negatives im Kurs eingepreist. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 20 Prozent an Wert verloren, während der französische Auswahlindex Cac 40 gut 22 Prozent zulegte. Inzwischen will France-Telecom-Finanzchef Gervais Pellissier erkannt haben, dass sich der Wind dreht und Investoren wieder positiver auf die Telekombranche reagieren.

France Telecom hat zahlreiche Problemstellen. Größte Herausforderung ist der neue Konkurrent Iliad, der seit gut einem Jahr den französischen Markt aufmischt. Er bot Handyverträge zunächst schon ab zwei Euro pro Monat an. Dagegen kann sich France Telecom kaum wehren. Der Konzern versucht die Kunden mit besonders schnellen Datenverbindungen bei der Stange zu halten.

Flagship Store von Orange (der neuen Markenidentität von France Telecom)
Flagship Store von Orange (der neuen Markenidentität von France Telecom)
Foto: France Telecom

Der Konzern sitzt auf Schulden von 30,5 Milliarden Euro und hohen Kosten. Doch Einsparungen sind schwieriger als bei anderen Mobilfunkanbietern wie Vivendi und Bouygues . Der Konzern befindet sich zu 27 Prozent in der Hand des französischen Staates, dessen Präsident Francois Hollande angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Land einen Stellenabbau nicht begrüßen würde.

Dennoch versprach Finanzchef Pellissier, sich in diesem Jahr auf Kosteneinsparungen konzentrieren zu wollen. Im ersten Quartal sei davon schon etwas zu sehen gewesen. Erstmals seit zwei Jahren seien die Kosten etwas gesunken. Hintergrund sind neue Vorruhestandsregelungen.

France Telecom sitzen die Ratingagenturen im Nacken. Angesichts der sinkenden Gewinne und des harten Wettbewerbs senkte zu Wochenbeginn Standard & Poor's seine Bonitätsbewertung für den größten Telekommunikationskonzern Frankreichs um eine Stufe. (dpa/tc)