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Preiskampf mit Intel verhagelt AMDs Quartalsbilanz

18.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der aggressive Preiskampf mit dem Chipriesen Intel hat Advanced Micro Devices (AMD) den ersten Verlust seit einem Jahr beschert. Der US-Halbleiterhersteller meldete für sein drittes Fiskalquartal ein Nettodefizit von 186,9 Millionen Dollar oder 54 Cent je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch ein Plus von 408,6 Millionen Dollar oder 1,18 Dollar pro Anteilschein erwirtschaftet. Das operative Ergebnis lag mit minus 97,4 Millionen Dollar oder 28 Cent je Aktie im abgelaufenen Quartal im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um über 35 Prozent auf 765,9 Millionen Dollar zurück.

Einige Highlights gab es dennoch. Im abgelaufenen Berichtszeitraum habe man 7,7 Millionen PC-Prozessoren des Typs "Athlon" und "Duron" ausgeliefert, was einem neuen Rekord entspreche. Zudem, so betonte Firmenchef Jerry Sanders, sei AMDs Anteil am weltweiten Chipmarkt um weniger als ein Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2001 gesunken - und das trotz des aggressiven Preiskampfs mit Intel. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass der Prozessorumsatz im Vorjahresvergleich von 625 auf 467 Millionen Dollar zurückging. "Auf operativer Basis arbeiten wir großartig", sagte Sanders weiter. "Die Kosten sind unter Kontrolle. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sind hässlich."

Im vierten Fiskalquartal rechnet AMD ebenso wie Intel nicht mit einem traditionell starken Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz soll gegenüber dem dritten Geschäftsquartal stagnieren oder geringfügig höher ausfallen. Ferner geht der Chiphersteller von einem operativen Verlust aus, der Analysten zufolge um die 21 Cent je Aktie liegen könnte.

Die Anleger reagierten verstimmt: Das AMD-Papier sank am gestrigen Mittwoch um 8,5 Prozent und notierte bei 9,71 Dollar. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie auf 9,65 Dollar.