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Preisabsprache zwischen DRAM-Herstellern jetzt auch im Visier der EU

03.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Neben dem US-Justizministerium beschäftigt sich auch die Europäische Union mit dem Vorwurf, die führenden Speicherchip-Hersteller hätten vor gut zwei Jahren Preise und Produktionsmengen untereinander festgelegt. Medienberichten zufolge hat die EU-Kommission bereits im April vergangenen Jahres die Untersuchungen in diesem Fall aufgenommen. Im Fokus der Ermittlungen steht unter anderem Infineon. So bestätigte ein Unternehmenssprecher, Infineon habe in dieser Sache Fragen der EU-Kommission beantwortet.

Die Behörde folgt damit dem US-Justizministerium, das bereits seit Juni 2002 gegen Hersteller wie Infineon, Samsung, Hynix oder Micron ermittelt. Auslöser war ein plötzlicher Anstieg der seit gut zwei Jahren rückläufigen Preise für Memory-Chips im Frühjahr 2002 (Computerwoche.de berichtete). Gegen Mitte des Jahres gingen die Preise aber wieder zurück.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, konzentrieren sich die Untersuchungen der Justizbehörde insbesondere auf die Zeit vom Spätherbst 2001 bis Juni 2002. Damals hatten mehrere Führungskräfte von asiatischen Chipherstellern in Fachzeitschriften damit geprahlt, sie hätten eine industrieweite Vereinbarung getroffen. Diese sehe vor, die Fertigungskapazitäten in einigen Werken zu drosseln, um die Preise in die Höhe zu treiben.

Die Beweislage verdichtete sich, als sich Micron-Sales-Manager Alfred Censullo im Januar diesen Jahres bereit erklärte, mit den Behörden zu kooperieren. Auch die (vor kurzem eingestellten) Ermittlungen der US-Handelkommission FTC gegen den Chipdesigner Rambus brachten neues Licht in den Fall. Die Behörde stieß dabei auf eine E-Mail eines Micron-Managers. In der Mitteilung wurden die Bemühungen von Infineon und Samsung beschrieben, die Preise für Memory-Chips in die Höhe zu treiben. Die Übereinkunft unter den Anbieter gehe dahin, dass alle anderen nachziehen würden, wenn Micron den Anfang mache, zitierte das "WSJ" weiter aus den FTC-Unterlagen. (mb)