Praxistest: Sony Ericsson T650i

13.10.2007

Lieferumfang / Verarbeitung

Anno 2007 meldet sich die T-Modellreihe also wieder zurück, und das erste Flaggschiff T650i zeigt deutlich, dass aus den ehemaligen Businessfunkern ein höchst ansehnliches Designgerät geworden ist. Eine Tradition ist geblieben: auch das T650i präsentiert sich als Candybar-Funker. Im Vergleich zu den damaligen Erfolgsmodellen fällt der jüngste T-Spross mit einer Bautiefe von gerade einmal 1,25 Zentimeter allerdings deutlich schlanker aus. Eine weitere Parallele zum T610i ist die betont kantige Bauweise, die dem Halbschweden einen sehr modernen Anstrich verleiht. Damit hat es sich auch schon mit den optischen Reminiszenzen. Auffällig sind die kleinen, quadratischen Zahlentasten im Metall-Look, die man in dieser Form noch bei keinem anderen Mobiltelefon gesehen hat. Eine weitere optische Finesse ist die Farbauswahl. Wahlweise in "Growing" Green oder "Midnight Blue" erhältlich, ist das T650i entweder ein modisch-auffälliger oder ein eher konservativer Begleiter.

Bei der Materialauswahl merkt man sofort, warum der Interessent stolze 550 Euro (UVP) für das T650i auf den Tisch legen muss. So ist die gesamte obere Vorder- und Rückseite von einem gebürsteten Edelstahl-Cover ummantelt. Geradezu luxuriös wird außerdem das QVGA-TFT-Display mit 1,9 Zoll Durchmesser in Szene gesetzt. Geschützt durch ein spezielles Mineralglas, ist das Display besonders effizient vor Kratzern geschützt. Das Mineralglas sorgt außerdem für eine besonders farbintensive Darstellung, einem größeren Betrachtungswinkel sowie einer deutlich besseren Ablesbarkeit bei direktem Tageslichteinfall. An diesen Luxus gewöhnt man sich gerne! Aber nicht nur der Materialaufwand überzeugt, auch die Verarbeitungsqualität kann sich sehen lassen. Ober- und Unterschale schließen präzise mit dem Mittelrahmen ab, und man muss schon gröbere Gewalt anwenden, um dem Handy Knarzgeräusche zu entlocken. Und wer (ohne Vertragsbindung) ca. 400? auf den Tisch legt, darf sich als Besitzer auch über einige Extras freuen. Neben dem Stereo-Kopfhörer und USB-Kabel gehören ein eleganter Tischständer, eine 256 MB große Memory-Stick-Micro-Speicherkarte sowie ein schlichtes Schutzhüllen-Etui zum Lieferumfang. Die Speicherkarte hat das T650i bitter nötig, denn die intern zur Verfügung stehenden 16 MB Speicher sind mit 3 Megapixel großen Fotos schnell gefüllt.

Die mickrig anmutenden, quadratischen Knöpfe sind mit Sicherheit nicht die Daumen-freundlichsten Drücker, doch dank des geräumigen Tastenfeldes und klarer Druckpunkte lassen sich SMS in hohem Tempo tippen. Das quadratisch ausgelegte Joypadfeld und die vier Steuertasten laden ebenfalls zum bequemen Manövrieren ein. Unglücklich gelöst ist allerdings die winzige Internettaste, die unmittelbar neben dem Return-Knopf liegt. Wer beim Schalten durchs Menü nicht aufpasst, kann so versehentlich im WWW landen - für Kunden betagter Tarifmodelle ohne Datenoption ein ärgerlicher Kostenfaktor.

Besonders viele Gedanken haben sich die Entwickler bei der Gestaltung der Leuchteffekte gemacht, die mit Menü-Themes korrespondieren können. Wenn beispielsweise auf dem Displayhintergrund Blasen absinken, erweckt ein wellenförmiges Pulsieren der Tastataur die Illusion, dass sie bis zum Gerätefuß gleiten. Unterm Strich überzeugt uns das Gesamtpaket aus Formfaktor, Materialmix und Illumination komplett. Wer glaubt, dass Candybar-Handys langweilig aussehen, wird vom T650i eines besseren belehrt.

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