Praxistest: Nokia 6110 Navigator

07.11.2007

Lieferumfang / Verarbeitung

Schon der erste Blick in den Karton macht eines deutlich: Egal ob in weiß oder in schwarz-grau, das Navigationswunderwerk ist mit 2 cm Dicke weder besonders schlank, noch mit 125 Gramm besonders leicht geraten. Schlank ist nur der Lieferumfang, denn Befestigungsmaterial für die Installation im Auto oder ein KFZ-Ladekabel fehlen. Auch die 512MB große Speicherkarte kann nur sehr begrenzt für eigene Daten genutzt werden, befindet sich doch auf ihr die Navigationssoftware samt Kartenmaterial - damit sind bereits 380 MB belegt.

Aus Sicht der Verarbeitungsqualität ist der Ersteindruck erschreckend: hohe Spaltmaße zwischen Grundgehäuse und Verschalung, wackelige Seitentasten, ein knarziger Akkudeckel, der nur dank seiner Flexibilität beim Öffnen nicht zerbricht, klapperige Abdeckungen für Gehäuseöffnungen und ein kratzanfälliger Aluminium-Überzug für die Kamera lassen den Blutdruck steigen. Glücklicherweise kann man nach einiger Zeit der intensiven Beanspruchung aufatmen: alles am 6110, insbesondere der harte Kunststoff erweist sich als robuster als befürchtet. Über das Design lässt sich indes streiten. Mit den erwähnten Proportionen wirkt das Schiebehandy eher plump als edel, einige Details wie Luftfilter-ähnliche Lautsprechergrätings und die bereits erwähnte pompöse Kamerabdeckung verstärken dieses standhafte Reise-Image. Apropos Slider: Hier ist jede Angst vor Qualitätseinbußen unbegründet, der Schiebemechanismus gleitet straff und äußerst präzise in die vorgesehene Position.

Für ein Navigationsgerät erscheint das Display etwas klein, letztendlich werden dank einer Auflösung von 240x320 Pixel aber nicht weniger Informationen als etwa auf dem finnischen Flaggschiff N95 dargestellt. Scharfe Konturen und gute Farbtiefe geben sich auf dem 6110 ein Stelldichein, eine transflexive Beschichtung lässt die Inhalte selbst bei starkem Sonnenlicht klar hervor treten. Die Tastatur ist allerdings etwas klein ausgefallen und reicht bis direkt an die Sliderkanten. In Verbindung mit einem etwas laschen Druckpunkt und der mangelnden fühlbaren Unterscheidbarkeit prädestiniert das den Navigator nicht gerade zum beständigen Nachrichtentippen. Einen Pluspunkt sammelt das GPS-Handy bei der Tastaturbeleuchtung. Dank Lichtsensor wird die nämlich automatisch bei Dunkelheit aktiviert. Das spart Akkuleistung und klappt auch während der Navigation, die dann automatisch in den Nachtmodus wechselt.

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