Praxistest: Nokia 5500

04.11.2006

Ausstattung

Die größte Komfortveränderung gegenüber dem direkten Vorgängermodell 5140i ist sicherlich die Verwendung des erweiterbaren Betriebssystems S60. Wer mit diesem OS vertraut ist, weiß auch um dessen Stärken: maximale Flexibilität, gute PIM-Funktionen und optimale Synchronisierungsfeatures. So lassen sich problemlos neue Applikationen draufspielen, Daten mit dem heimischen Rechner abgleichen sowie das optische Erscheinungsbild nach eigenem Gusto beliebig personalisieren. Für ein Outdoor-Handy ist das 5500 also auch ein erstaunlich ausgereiftes Business-Phone, denn im Organizerbereich gibt es kaum einen Punkt, wo der Tester keinen Haken machen konnte. Egal, ob Kalender, Weltzeit, drei E-Mail-Konten oder einem eigenen Ordner für Daten-Synchronisierung (Outlook/SyncML) ? das 5500 steht einem klassischen Business-Handy in kaum etwas nach. On Top gibt es sogar ein Zip-Programm, mit dem man Datenpakete komprimieren bzw. entpacken kann.

Auch im Bereich Connectivity trägt das 5500 Schlips und Kragen. Neben einer Bluetooth-Schnittstelle bauten die Finnen einen Infrarotport ein, was heutzutage eher die Ausnahme ist. Die Bluetooth-Schnittstelle unterstützt sogar das SIM Access Profil, das Autofahrern vollen Zugriff auf die Handy-Kontakte der SIM-Karte gewährt und das Wählen von Telefonnummern deutlich vereinfacht. Auf der Habenseite stehen außerdem noch GPRS Klasse 10 sowie der Datenturbo EDGE. Alle Businessfunktionen wären bekanntlich nur die Hälfte wert, wenn der Speicherplatz nicht ausreichend groß ausgelegt ist. In dieser Disziplin ist der finnische Sportler vorbildlich aufgestellt. Bis zu 2.000 Adressen mit über zehn Merkmalen und maximal 300 Kurzmitteilungen teilen sich einen dynamischen Speicherplatz. Neben den 64 MB auf der microSD-Speicherkarte steckt außerdem ein nochmal so großes festes Datenarchiv unter der Haube. Unterm Strich bietet das 5500 somit ausreichend viele Möglichkeiten, Medien unterschiedlichster Couleur zu verstauen.

Nun aber zum Sport: Größe, Gewicht und Alter eingeben und schon kann der Nutzer in einem eigenen Menüorder sich gleich drei Programme für die körperliche Ertüchtigung zunutze machen. Ein Laufprogramm, das jeden Schritt und die zurückgelegten Distanzen dokumentiert und Durchschnittgeschwindigkeit eines Läufers errechnen kann, soll für Bewegung sorgen. Ein entsprechendes Tagebuch archiviert die persönlichen Trainingsergebnisse und -ziele. Zwei Trainingstests sorgen für Motivation: Im so genannten Cooper-Test muss man zwölf Minuten mit dem Nokia 5500 so schnell laufen wie möglich, um das Ausdauerniveau zu ermitteln. Beim Radtest muss der Proband fünf Minuten auf einem Trainingsfahrrad absolvieren, um die allgemeine, aerobe Ausdauerleistung zu berechnen. Hierfür ist allerdings ein spezielles Messgerät erforderlich. Da im Praxistest der Schrittzähler recht präzise arbeitet, erhält der (angehende) Sportler mit dem Nokia 5500 einen durchaus nützlichen Trainingspartner, mit dem sich zum einen übersichtlich Leistungsfortschritte dokumentieren und zum anderen anvisierte Trainingsziele definieren lassen (z.B. der gewünschte Kalorienverbrauch). Flankiert wird das Sportprogramm durch einige pfiffige Ideen. Um beim Joggen mit dem 5500 nicht aus dem Tritt zu geraten, werden dank einer Text-to-Speech-Funktion eingehende Kurzmitteilungen vorgelesen bzw. Anrufernamen genannt. Dies geschieht durch einfaches Klopfen auf die Tastaturoberfläche. Durch diese Sensorbedienung lassen sich per Doppeltipp auch der MP3-Player und der momentane Trainingsstand abrufen. Eine wirklich gute Idee, die allerdings einen entscheidenden Haken hat: Da die Sprachausgabe nicht sonderlich lautstark ist, geht die elektronische Stimme bei zu vielen Nebengeräuschen komplett unter.

Im Bereich Multimedia bietet der Naturbursche ebenfalls Oberklasse-Komfort. So überzeugt der Music-Player, der auch mit AAC-Dateien klarkommt, mit einem 5-Band-Equalizer, Playlisten und Zufallsgenerator. Der Klang über das mitgelieferte Headset ist außerdem im oberen Qualitätsdrittel anzusiedeln. Die 2 Megapixel-CMOS-Digitalkamera liefert unterm Strich hingegen nur dürftige Ergebnisse, was auch daran liegt, dass weder ein Kameralicht noch ein Autofokus zur qualitativen Optimierung beitragen. Vor allem die mangelnde Schärfe und der selbst bei Tageslichtaufnahmen sichtbare unangenehme Blaustich lassen kaum abzugsfähige Aufnahmen zu.

Praxistest: Nokia 5500
Praxistest: Nokia 5500
Praxistest: Nokia 5500
Praxistest: Nokia 5500
Praxistest: Nokia 5500
Praxistest: Nokia 5500

Eher dürftig fallen die sonst so typischen Outdoor-Funktionen aus. Neben einer Taschenlampe an der Spitze des Geräts gibt es noch eine Push-to-Talk-Taste auf der rechten Gehäuseseite, wobei sich dieser Walkie-Talkie-Modus in Deutschland allerdings nicht durchgesetzt hat. Das Thermometer und der Kompass des Vorgängermodells wurden hingegen ersatzlos gestrichen. Alle weiteren, gehobenen Standardfunktionen sind selbstredend auch an Bord. Dazu gehört ein Diktiergerät, Sprachwahl/-steuerung sowie eine exzellente Freisprecheinrichtung, die selbst größere Räume ausreichend laut klar beschallt.

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