CW-Kolumne

Power-Chips: IBM zieht alle Register

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Vor etwa acht Wochen hat IBM das Open Power Consortium angekündigt, eine offene Entwicklungsallianz auf Basis der Power-Prozessor-Architektur, die mit Nvidia und Google gleich zwei gewichtige Gründungsmitglieder aufwies. Hintergrund ist, dass IBM sein geistiges Eigentum rund um die Power-Technologie für andere Markt-Player öffnet und seine Prozessortechnik an Dritte lizenziert.

Vor etwa sechs Wochen hat IBM das Open Power Consortium angekündigt, eine offene Entwicklungsallianz auf Basis der Power-Prozessor-Architektur, die mit Nvidia und Google gleich zwei gewichtige Gründungsmitglieder aufwies. Hintergrund ist, dass IBM sein geistiges Eigentum rund um die Power-Technologie für andere Markt-Player öffnet und seine Prozessortechnik an Dritte lizenziert. Man wolle gemeinsam bessere Server-, Netz-, Speicher- und Grafiktechnik entwickeln, um hochskalierbaren Cloud-Rechenzentren der nächsten Generation den Weg zu ebnen, hieß es.

Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE
Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE

Mit der soeben erfolgten Ankündigung, eine Milliarde Dollar in neue Linux- und Open-Source-Techniken rund um die Power-Architektur zu investieren, folgte nun Schritt zwei in eine neue Hardware-Ära der IBM. Der IT-Konzern setzt im ungleichen Kampf gegen den Prozessorrivalen Intel auf einen Open-Source-Ansatz: Die Plattform wird für andere Marktteilnehmer geöffnet, das geistige Eigentum für Konsortiumsmitglieder zur Verfügung gestellt. Es gilt, das Power-Ecosystem zu vergrößern.

Man mag IBM Verzweiflung unterstellen, sollte dabei aber nicht vergessen, dass Big Blue im Server-Markt nicht irgendwer ist. Seit Ende der 90er Jahre unterstützt das Unternehmen die Linux-Plattform auf Enterprise-Systemen und war seitdem führend im High-Performance-Computing sowie ein verlässliches Mitglied der Open-Source-Community. All das kann helfen, wenn es nun gilt, Wissen zu teilen, um hochspezialisierte Server und Data Center für die rasant wachsende Cloud- und Big-Data-Welt zu entwickeln.

Das Interesse von Google als einem der weltweit größten Data-Center-Betreiber, der mehr als drei Milliarden Suchanfragen täglich abwickeln muss, belegt, dass IBM hier den richtigen Riecher haben könnte. Dennoch ist Vorsicht geboten: Gerade die IT-Branche hat schon viele Konsortien, die mit großem Pomp angekündigt wurden, in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sehen. Trotzdem dürften Rivalen wie Intel und auch ARM diese Initiative im Auge behalten. (mhr)