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PostgreSQL erstmals nativ für Windows

20.01.2005
In der neuen Version 8.0 läuft die Open-Source-Datenbank PostgreSQL nativ unter Windows. Die Entwickler wollen nun kommerziellen RDBMS Konkurrenz machen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Entwickler der Open-Source-Datenbank PostgreSQL haben die neueste Version 8.0 freigegeben. Diese läuft erstmals auch nativ - d.h. ohne Emulations-Layer - unter Windows (2000 und höher). "Das bringt Windows-Anwendern definitiv einen deutlichen Leistungsgewinn", verspricht Josh Berkus, der als Entwickler im Steering Committee des Datenbankprojekts sitzt.

Mit der neuen Version haben sich die Entwickler viel vorgenommen - sie wollen laut Berkus etablierten Unternehmensdatenbanken von Anbietern wie Oracle, IBM oder Sybase Konkurrenz machen. "Wir schließen die Lücke zwischen uns und den richtig großen Enterprise-Datenbanken", behauptet Berkus. PostgreSQL sei ein mächtigeres Produkt als das bekanntere MySQL, dem Fähigkeiten wie Stored Procedures fehlten (PostgreSQL beherrscht diese bereits, MySQL will sie in diesem Jahr mit Release 5.0 einführen).

Zudem, so Berkus, sei PostgreSQL zuverlässiger als MySQL. "Deren Produkt wurde entworfen, um eher schnell als zuverlässig zu sein, bei unserem war das umgekehrt." MySQL wollte diese Behauptungen lieber unkommentiert lassen und sich nicht in Streit mit einem anderen Anbieter hineinziehen lassen.

Weitere Neuerungen in PostgreSQL sind Savepoints, Point-in-time Recovery anhand kontinuierlicher Transaktions-Logs, Tablespaces für große Warehouses sowie höherer Speicher- und I/O-Durchsatz.

Aus Sicht des Forrester-Analysten Noel Yuhanna ist PostgreSQL durchaus ernst zu nehmen. "Es hat gewiss einige robuste Enterprise-Features, die man durchaus mit einigen der kommerziellen Datenbanken vergleichen kann", befindet der Experte.

An der Entwicklung der Datenbank sind laut Berkus mehrere Unternehmen beteiligt. Umsatz machten sie mit entweder Support für PostgreSQL oder Produkten, die darauf basieren. (tc)