E-Mail Spam

Post vom chinesischen Olympia Komitee

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die Methode ist nicht neu: Immer wieder nutzen Spammer aktuelle Anlässe, um die Aufmerksamkeit auf ihre Spam-Mails zu lenken. Zur Zeit kursieren angeblich vom chinesischen Olympischen Komitee verschickte Spam-Mails, die einen Gewinn in der Olympia-Lotterie versprechen.

„Herzlichen Glückwünsch, Sie haben gewonnen“, lautet die Nachricht des „Beijing Olympic Lottery Board.“ Aber weder gibt es eine Organisation dieses Namens, noch gibt es Anlass zur Freude über den angeblichen Gewinn. Aus dem Anhang der E-Mail erfährt der Empfänger, dass er per Zufallsauswahl ausgelost wurde und er sich für den Versand des Preises an den in der Spam-Mail genannten Courier-Service wenden solle – unter Angabe seiner persönlichen Daten.

Immer wieder nutzen Spammer aktuelle Anlässe, um an persönliche Daten von E-Mail-Nutzern zu gelangen. Nach dem Monatsreport des Security- und Spam-Spezialisten Symantec waren es im letzten Monat vor allem Spam-Mails, die angeblich für die Hilfe chinesischer Erdbebenopfer warben sowie Spam, der sich auf die nächsten Monat beginnende Olympiade bezieht. Im Vorfeld der Olympischen Spiele rechnen die Experten sogar mit einer weiteren Zunahme von Spam-Mails, die sich um das Sportereignis drehen.

Als weiteren Trend hat Symantec im letzten Monat eine Zunahme und Verfeinerung der Methoden zur Beschaffung von E-Mail-Adressen verzeichnet. Mit der Offerte„Wir finden das günstigste Angebot für Sie, wenn Sie irgendetwas – etwa Medikamente, OEM-Software oder coole Porn-Websites - im Internet suchen. Schicken Sie uns eine Mail“, würden die Spammer verstärkt versuchen, an E-Mail-Adressen zu gelangen.

Aber auch Einsatz von E-Mail-Robots, die das Intrnet nach gültigen E-Mail-Adressen durchsuchen, nehmen zu. Ebenso wie der Beschuss von E-Mail-Servern mit beliebigen E-Mail-Adressen: Die nicht zurückgewiesenen Mails würden dann als gültige Adressen für die weitere Verwendung gespeichert. Zudem hat Symantec beobachtet, das der Datenaustausch unter Spammern zunimmt: Vermehrt würden Listen mit E-Mail-Adressen untereinander verkauft.

Nach Angaben von Symantec machen Spam-Mails heute gut 80 Prozent aller weltweit verschickten E-Mails aus. Im Jahren 2006 waren es erst 56 Prozent. Mit einem merklichen Rückgang der Spam-Attacken ist indes nicht zu rechnen: „Trotz ständig verbesserter Spam-Filter ist es klar, dass die Bedrohung durch Spam nicht kleiner wird und die Spammer nicht aufgeben werden“, schreiben die Symantec Experten in ihrem Monatsbericht.