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Post und SAP wollen EDI ersetzen

17.05.2005
Mit Hilfe von SAP-Software wird die Deutsche Post voraussichtlich ab Herbst Geschäftskunden eine Plattform für den elektronischen Austausch von Rechnungen anbieten.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Grundlage einer von SAP entwickelten Software wird die Deutsche Post AG voraussichtlich ab dem kommenden Herbst ihren Geschäftskunden eine Plattform für den elektronischen Austausch von Rechnungen anbieten. Mit dem "Dokumentenservice Online" hofft der gelbe Riese, sein über das klassische Briefgeschäft hinaus gehendes Dienstleistungsangebot weiter auszubauen. "Wir wollen zum Kommunikationsdienstleister für unsere Kunden werden", fasst Konzernvorstandsmitglied Hans-Dieter Petram die Diversifikationsstrategie zusammen.

Im Rahmen des neuen Services wird die Deutsche Post die elektronischen Rechnungsdaten aus dem Fakturierungssystem des Versenders übernehmen, um sie dann in das vom Empfänger bevorzugte Datenformat zu konvertieren und ihm zuzuleiten. Anschließend könne der Rechnungsempfänger die Daten direkt in seinen elektronischen Freigabeprozess oder sein Buchhaltungssystem übernehmen, so der Dienstleister. Nach der Einführung auf dem deutschen Markt soll das Angebot sukzessive auf andere Länder ausgeweitet werden.

Mit einem ähnlichen Service sorgte im vergangenen Jahr die skandinavische Nordea-Bank für Furore. Hierzulande ist ein solches Angebot noch unerprobt. Skeptiker wittern denn auch Probleme im Zusammenhang mit der deutschen Signaturgesetzgebung.

Dem gegenüber stehen die zu erwartenden Einsparungen sowohl auf der Absender- als auch der Empfängerseite. Was die neue Dienstleistung die Kunden kosten wird, ist noch nicht spruchreif, aber mit einiger Sicherheit dürfte sie preisgünstiger sein als die Anbindung aller Geschäftspartner via Electronic Data Interchange (EDI). Wie Post und SAP mitteilen, gibt es "gerade für kleinere Rechnungsversender" derzeit keine "preislich attraktive" Anbindungslösung am Markt.

Neben elektronisch übermittelten Daten versprechen die beiden Dienstleistungspartner, auch Papierrechnungen zu verarbeiten: Sie würden vor dem Einspeisen in die elektronische Plattform digitalisiert. Erste Kundengespräche hätten gezeigt, dass die Verbesserung der Rechnungseingangsbearbeitung in vielen Unternehmen ganz oben auf der To-do-Liste rangiere. (qua)