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Portalgeschäft war für Web.de alleiniger Umsatzträger

17.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem Verkauf des Portalgeschäfts an United Internet (Computerwoche.de berichtete) setzt Web.de AG alles auf den verbleibenden Bereich Web-Telekommunikation. Wie die Kennzahlen für 2004 belegen, fängt das Karlsruher Unternehmen hier nahezu bei Null an: So konnte Web.de zwar seinen Gesamtumsatz im vergangenen Jahr gegenüber 2003 um 31 Prozent auf 43 Millionen Euro steigern. 42,3 Millionen Euro oder 98,7 Prozent der Einnahmen stammten jedoch aus dem nun verkauften Geschäftsbereich Internet-Portal, das einen um Abschreibungen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 13,2 Millionen Euro erzielte. Im Segment Web-Telekommunikation, wo der internationale Produkt-Rollout erst im laufenden Jahr stattfinden soll, führten hohe Investitionen und Erlöse von lediglich 700.000 Euro hingegen zu einem Ebitda-Verlust von 8,8 Millionen Euro. Insgesamt stieg das Konzern-Ebitda leicht von 3,8 Millionen auf 4,4 Millionen Euro. Eine Buchwertabschreibung im dritten Quartal in Höhe von 3,9 Millionen Euro führte jedoch dazu, dass das Nettoergebnis im Jahresvergleich von plus 800.000 auf minus 2,4 Millionen Euro drehte. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der Konzernüberschuss allerdings auf 1,5 Millionen Euro gestiegen.

Web.de hatte am gestrigen Mittwoch den Verkauf seines Geschäftsbereichs Internet-Portale an den Konkurrenten United Internet bekannt gegeben. Die Karlsruher erhalten dafür eine rund zehnprozentige Beteiligung an United Internet sowie 200 Millionen Euro in bar.

Wie Web.de nun außerdem meldete, wird es neben dem ehemaligen Kerngeschäft auch seinen bisherigen Vorstandsvorsitzenden Matthias Greve an United Internet verlieren. Zu seiner künftigen Funktion machte Greve keine Angaben. (mb)