Porsche

Porsche: Mehr als nur ein Rädchen im Getriebe

23.10.2000
Von in Ingrid
Dynamik und Eigeninitiative gehören bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen für die Mitarbeiter zum Arbeitsalltag. Derzeit baut der Sportwagenhersteller seinen IT-Bereich aus - Wirtschaftsinformatiker sind besonders gefragt.

„Für mich war es ein Jugendtraum, hier zu arbeiten und dann noch so ein Auto zu fahren“, erzählt Peter Obermayr mit glänzenden Augen. Zur Zeit stehen die Chancen für ambitionierte Young Professionals gut, beim Sportwagenhersteller einzusteigen. Die Dr. Ing. h.c. F Porsche so der korrekte Firmenname, sucht in diesem Jahr noch zirka 15 neue Mitarbeiter. „Wir suchen pragmatische Leute, da wir ein umsetzungsorientiertes Unternehmen sind“, so Michael Merklinger, Wirtschaftsingenieur und bei Porsche im Personalwesen tätig. „Die Soft Skills sollten sehr ausgeprägt sein. Wir sind ein dynamisches Unternehmen, und deshalb kommt es uns besonders darauf an, dass die Leute von der Person her optimal zu uns passen“.

Dynamik und Schnelligkeit verstehen sich bei einem Sportwagenhersteller fast von selbst. Allerdings sind diese Attribute auch bei den Mitarbeitern gefragt. Das heutige Unternehmen ging aus dem von Professor Ferdinand Porsche senior 1931 in Stuttgart gegründeten Konstruktionsbüro hervor. Der erste Sportwagen rollte 1948 in Gmünd, Kärnten, aus der Montagehalle. Der Sohn des Firmengründers, Ferry Porsche, taufte den ersten flotten Flitzer „Porsche 356“. Seit 1950 baut das Unternehmen in Stuttgart-Zuffenhausen Porsche-Modelle. Derzeit arbeiten insgesamt 9000 Beschäftigte weltweit für das Unternehmen, davon zirka 3500 Mitarbeiter in der Produktion. Seit 1972 übernimmt das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach auch Fremdentwicklungen für andere Firmen. Im Februar 2000 begannen die Bauarbeiten für das neue Werk in Leipzig. Dort soll ab 2002 ein neuer Geländewagen vom Band rollen.

Aus der wirtschaftlichen Krise vor einigen Jahren schaffte der Autobauer die Rückkehr in die Gewinnzone. Der Konzern erhöhte den Gesamtumsatz in der ersten Hälfte des Ge-schäftsjahres 1999/2000 auf 2,91 Milliarden Mark, was einer Steigerung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die neuesten Zahlen sprechen für weiteres Wachstum. Das neueste Modell, der 911 Turbo, kam im Juni 2000 auf den Markt. Für das kommende Geschäftsjahr plant das Unternehmen, 2500 Wagen dieses Modells zu produzieren. Inzwischen korrigierte Porsche die Zahlen nach oben auf rund 4000 Sportwagen diesen Typs.

Mit dem Wachstumskurs entstehen in allen Bereichen neue Arbeitsplätze, besonders im IT-Bereich. „Zur Zeit gibt es zwei Projekt-Schwerpunkte: die unternehmensweite SAP-Einführung und alles, was unter den Bereich E-Business fällt“, so Klaus Wiedemann, Abteilungsleiter Anwendungssoftwaresysteme, Vertrieb und Marketing. Der 34-jährige Diplom-Betriebswirt (BA) arbeitet seit neun Jahren im Unternehmen. Die SAP-Einführung läuft in Teilprojekten ab, und hier ist der Personalbedarf besonders groß. Der zweite große Schwerpunkt umfasst zahlreiche E-Business-Aktivitäten, besonders im B-to-B-Bereich. „Die Projektaufgaben reichen von Untersuchungen im Vorfeld über die Beratung der Fachbereiche und die Zusammenarbeit mit externen Partnern bis zur Steuerung und Begleitung der Prozesse.“ Dabei unterstützten die neuen Mitarbeiter im IT-Bereich anfangs stärker den Programmierbereich und konzentrierten sich später auf die Beratung und Konzeption, so Wiedemann, dessen Studienschwerpunkt Wirtschaftsinformatik optimal in das Anforderungsprofil des Unternehmens passt.

Michael Merklinger
Michael Merklinger

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