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Poker um Satellitenbetreiber Eutelsat

09.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Im Satellitengeschäft zeichnet sich eine weitere Konsolidierung ab. Wie das Wall Street Journal berichtet, zeigen sowohl PanAmSat als auch Intelsat Interesse an einer Übernahme des in Paris beheimateten Providers Eutelsat Hinter dem Marktführer SES Global rangiert die US-Company PanAmSat im Weltmarkt an Nummer Zwei. Intelsat, das auf den Bermudas registriert ist, seinen Hauptsitz aber in Washington hat, ist die Nummer Drei. Ob es zu einer Übernahme kommt, ist indes fraglich. Fest steht gegenwärtig nur, dass Intelsat ein feindliches Übernahmeangebot in Höhe von 3,5 bis vier Milliarden Dollar gemacht hat. Ansonsten hüllen sich die Parteien in Schweigen.

Eine Akquisition von Eutelsat durch eines der beiden Unternehmen würde die Marktverhältnisse jedenfalls entscheidend beeinflussen. Aus dieser Fusion würde der größte Satellitenbetreiber weltweit entstehen. Derzeit hat SES Global mit 29 eigenen Trabanten sowie 13 Beteiligungen an anderen Satelliten die Nase vorne. Die Luxemburger hatten die Konsolidierungswelle vorletztes Jahr mit dem Kauf des Geschäftsbereichs Satellitendienste von General Electric in Gang gebracht. Würde die feindliche Übernahme von Eutelsat durch Intelsat zustande kommen, entstünde ein Unternehmen mit 38 eigenen Satelliten und einem jährlichen Umsatzvolumen von 1,5 Milliarden Dollar.

Experten sehen allerdings in der Kombination PanAmSat und Eutelsat die bessere Lösung. Die Amerikaner sind in den USA Spitzenreiter im Video-Broadcasting, während die Europäer über 1200 Fernseh- und 600 Rundfunkkanäle in 98 Millionen Haushalte in Europa und anderswo liefern. Ein Zusammenschluss würde also ein Unternehmen schaffen, das sowohl dies- wie auch jenseits des Atlantik gut aufgestellt wäre, vorausgesetzt die EU-Kommission stimmt einem solchen Deal zu.

Die Chancen für ein Zusammengehen von PanAmSat und Eutelsat stehen nicht schlecht. Die US-Company ist unbestätigten Informationen zufolge mit Eutelsat in Kontakt getreten. Angeblich sollen die zwei größten Anteilseigner von Eutelsat, die BT Group und France Télécom PanAmSat zu den Übernahmenverhandlungen ermuntert haben. Die Briten und die Franzosen hatten ebenso wie die Deutsche Telekom, die ebenfalls an Eutelsat beteiligt ist, vergeblich versucht, bereits im Vorfeld ihre Anteile zu verkaufen. Ein Pokern zwischen PanAmSat und Intelsat um Eutelsat käme den Anteilseignern, die allesamt hohe Schuldenlasten drücken, natürlich entgegen. (pg)