Ploenzke bleibt CSCs Sorgenkind

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die weltweiten Geschäfte des CSC-Konzerns laufen so gut, dass der IT-Dienstleister zunehmend das Interesse von Investoren weckt. Probleme bereitet weiterhin die deutsche Niederlassung.

Die Computer Sciences Corp. (CSC) hat offenkundig ihre Reize. Innerhalb weniger Tage wurde öffentlich, dass sowohl eine Investment-Gruppe um den Rüstungskonzern Lockheed Martin als auch die Carlyle Group eine Übernahme des IT-Dienstleisters anstreben. Finanzanalysten gehen davon aus, dass es weitere Interessenten gibt. CSC kommentierte entsprechende Zeitungsmeldungen nicht. Stattdessen veröffentlichte das Unternehmen ungerührt die jüngsten Quartalszahlen, die allerdings eine Erklärung für die Begehrlichkeiten der Investoren liefern.

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  • warum private Beteiligungsfirmen CSC übernehmen wollen;

  • welche Konsequenzen dies für CSC haben könnte;

  • welche Umbaupläne das deutsche Management verfolgt;

  • welche Probleme sich daraus für CSC in Deutschland ergeben.

Gewinn bricht ein

Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 3,57 Milliarden Dollar zu, vor allem das Behördengeschäft läuft sehr gut: 60 Prozent der mit insgesamt 6,2 Milliarden Dollar dotierten Outsourcing-Aufträge, die in den vergangenen sechs Monaten vereinbart wurden, stammen von der öffentlichen Hand. Allein der Auftragsbestand an Behördenprojekten beläuft sich für die kommenden 17 Monate auf beruhigende 30 Milliarden Dollar. Einzig der Gewinn trübt das Bild. Er sackte um 24 Prozent von 130,5 Millionen Dollar auf 99,5 Millionen Dollar ab. Der Einbruch ist einer Sonderabschreibung geschuldet, die das Unternehmen für einen Auftrag ausweisen musste, den Nortel Networks an CSC vergeben hat. Der kanadische TK-Ausrüster übernimmt wieder einige IT-Aufgaben selbst.

Planspiel: CSC wird zerschlagen

Das Kerngeschäft von CSC beruht auf langfristigen Kundenverträgen. Auch dies ist eine Erklärung für das Interesse der Investoren. Sie können auf einen steten Geldfluss vertrauen. Dennoch dürfte das internationale CSC-Management die Akquisitionsgerüchte kaum als Bestätigung der eigenen Arbeit, sondern als unbequeme Störung empfinden. Insbesondere die derzeitigen Planspiele von Lockheed Martin schaden dem CSC-Geschäft. Der Rüstungskonzern will laut "Wall Street Journal" CSC nicht komplett übernehmen, sondern nur den Bereich öffentliche Hand. Das Geschäft mit kommerziellen Kunden ginge an drei Investmentgesellschaften. Kaum ein Kunde wird einem externen Partner strategisch wichtige IT-Dienste zum Betrieb überlassen, der kurz vor einer Spaltung steht. Outsourcing-Beziehungen benötigen vor allem Zuverlässigkeit.

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