Generalisten gesucht

PLM-Berater brauchen Blick für das Ganze

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Berater für Product Lifecycle Management (PLM) helfen, die Produktqualität zu steigern und Innovationen zu schaffen. Eine Aufgabe an der Schnittstelle zwischen Ingenieurswesen, IT und Geschäftsprozess-Management.

Acht Millionen. Aus so vielen Teilen besteht der neue A380, die in der Endmontage zusammengefügt werden. Es ist ein gigantisches Puzzle. Die große Kunst besteht aber nicht nur darin, ein Produkt dieser Dimension herzustellen, sondern auch eines zu entwickeln, das den Anforderungen des Marktes gerecht wird. Unternehmen gleich welcher Couleur müssen dabei Faktoren wie Preis, Lieferzeiten und Qualitätsanspruch berücksichtigen. Kunden verlangen zudem immer kürzere Innovationszyklen und größere Modellvielfalt.

Hinzu kommt, dass der Bau von Flugzeugen, Autos oder Konsumgütern immer komplexer wird. Beispielsweise, wenn Hersteller neue Werkstoffe wie Kohlefasern einsetzen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzen Unternehmen seit etwa zehn Jahren auf Product Lifecycle Management (PLM). Darunter versteht man eine Methode zur Bereitstellung aller Daten für jede Phase des Produktentstehungsprozesses: vom Konzept über die Entwicklung und Fertigung bis zum Einsatz des Produktes beim Kunden, einschließlich Wartung und Änderungsmanagement.

Aufgabe für Experten

"Eine PLM-Strategie zu entwickeln und entsprechende PDM-Software einzuführen und zu integrieren, ist eine Aufgabe, die besonderer Expertise bedarf", so Jochen Weidner, IT Direktor bei Recaro Aircraft Seating. Unter dem Motto "Recaro 2010" startete das Unternehmen, das weltweit mit acht Standorten vertreten ist, im Oktober 2005 ein Großprojekt zur Einführung von PLM. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand das Daten-Management des international aufgestellten Unternehmens im Wesentlichen aus einer Verwaltung der mit der Produktentwicklungs-Software Catia erzeugten Daten. Danach ging es mit Unterstützung der Geschäftsführung um die Optimierung der Prozesse - im vollen Bewusstsein, dass die Umsetzung von PLM eine grundlegende Veränderung der Unternehmenskultur und -abläufe impliziert.

Jochen Weidner, Recaro: PLM-Experten sollten die Strukturen des Unternehmens gut kennen.
Jochen Weidner, Recaro: PLM-Experten sollten die Strukturen des Unternehmens gut kennen.

"Fit for PLM" hieß die erste Phase, die von Oktober 2005 bis Mitte 2006 dauerte. Ein Kernteam, Verantwortliche aus dem Projekt-Management, dem Engineering, dem Qualitäts-Management, der IT, dem Vertrieb und der technischen Dokumentation, untersuchte in Workshops und wöchentlichen Meetings die Kernprozesse, um anschließend zu definieren, wie sie in Zukunft aussehen sollten. Parallel dazu wurden die Stammdaten konsolidiert, Redundanzen und Inkonsistenzen entdeckt und beseitigt. Damit waren die wesentlichen Voraussetzungen geschaffen, um sich nach passenden Softwarelösungen umzuschauen.