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Plaxo hält Adressbücher von AOL-Kunden aktuell

07.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - AOL und Plaxo Inc. haben eine Kooperation geschlossen, die es E-Mail-Nutzern des Online-Dienstes leichter machen soll, ihre Kontaktdaten aktuell zu halten. Dies betrifft sowohl die AOL-Mitglieder als auch die Anwender von "AIM Mail", dem Web-basierenden E-Mail-Service des AOL Instant Messenger (AIM). Letzteren hatte die Firma im Mai vorgestellt (siehe: AOL startet kostenlosen Web-Mail-Service).

Plaxo bietet einen Verzeichnisdienst, in dem registrierte Nutzer ihre Kontaktdaten hinterlegen und pflegen. Sie können Freunde oder Geschäftspartner auffordern, sich ebenfalls dort anzumelden. Auf diese Weise können die Beteiligten ihre Adressdaten aktuell halten.

Die Plaxo-Integration soll im Oktober in einer Testfassung verfügbar sein und nichts extra kosten. Das Werkzeug gleicht die in der AOL-Umgebung gespeicherten Kontaktdaten mit Web-basierenden Adressbüchern verschiedener Anbieter sowie mit Plaxo-Kunden ab, die mit den Microsoft-Programmen "Outlook" und "Outlook Express" arbeiten. AIM-Nutzer sollen zudem in der Lage sein, Adresseinträge in ihre Buddy-List aufzunehmen.

Plaxo arbeitet bereits mit den Web-basierenden E-Mail-Diensten von Microsoft und Yahoo zusammen. Nach Angaben des Unternehmens geht die Kopplung mit dem AOL-System jedoch darüber hinaus. So könne man zwar Daten aus dem Adressbuch von "MSN Hotmail" auslesen, jedoch nicht dorthin zurück schreiben. Ferner fehle bei beiden Kooperationspartnern die Instant-Messaging-Integration. Gleichwohl sei die Zusammenarbeit mit AOL in dieser Form nicht exklusiv.

"Die Integration mit AIM ist sehr spannend, da Anwender damit künftig nicht nur Textnachrichten austauschen, sondern ihre Kontakte pflegen können", sagte Michael Osterman vom Marktforschungsunternehmen Osterman Research aus Black Diamond im US-Bundesstaat Washington. "Oft werden IM-Tools genutzt, um festzustellen, ob jemand am Arbeitsplatz sitzt. Ist dies der Fall, ruft man ihn an oder schickt ihm eine Textnachricht." Osterman zufolge könnten Anwender über die IM-Software herausfinden, wie ihre Kommunikationspartner am Liebsten kontaktiert werden möchten, über das Telefon, Handy, Chat oder Videokonferenz. (fn)