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Plaut erzielt nach Neuausrichtung Jahresgewinn

06.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die auf Management- und IT-Consulting spezialisierte Plaut AG hat ihr Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2004 trotz erneut rückläufigen Umsatzes deutlich verbessert. Wie das österreichische Unternehmen bekannt gab, erzielte es einen Nettogewinn von 3,2 Millionen Euro oder 16 Cent je Aktie. 2003 hatte der IT-Berater aufgrund hoher Abschreibungen und Restrukturierungskosten einen Verlust von 36 Millionen Euro verbucht. Maßgeblich für den Turnaround verantwortlich war neben den damit erzielten Kostensenkungen ein nun vereinbarter Darlehensteilverzicht des größten Gläubigers. Dieser tritt rückwirkend zum Jahresende 2004 in Kraft und senkt die Nettoverschuldung um sieben Millionen auf 15,6 Millionen Euro.

Der Umsatz brach im Jahresvergleich von 65 Millionen auf rund 43 Millionen Euro ein und blieb damit auch weit hinter den zuletzt prognostizierten 57 Millionen Euro zurück. Als Grund führte Plaut die rückwirkend zum 1. Januar 2005 vorzunehmende Endkonsolidierung der Frankreich-Landesgesellschaft Plaut Consulting SAS an. Nach Angaben eines Firmensprechers verlieren die Österreicher mit dem nun vereinbarten Management-Buyout rund zwölf Millionen Euro Umsatz. Zusätzlich hätten die verbliebenen Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz unter der stagnierenden Wirtschaftslage und dem damit zusammenhängenden Investitionsstau gelitten. So seien etwa Erlöse aus Lizenzverkäufen, die ursprünglich für das vierte Quartal geplant waren, letztendlich nicht zustande gekommen.

Insgesamt beschäftigt Plaut noch 270 Mitarbeiter (Ende 2003: 365 Mitarbeiter) in den Ländern Deutschland, Großbritannien und der Schweiz, wobei der Berateranteil bei rund 80 Prozent liegt.

Nach der erfolgten strategischen Neuausrichtung ist Plaut für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. Nach eigenen Angaben liegt der Beratungsfokus der Österreicher nun wieder in den ursprünglichen Kernkompetenzen, nämlich im Bereich betriebswirtschaftlich-organisatorischen Beratung und weniger auf technologiegetriebenen Themen. Die vergleichsweise lukrative SAP-Beratung und -Implementierung soll aber trotzdem nicht vernachlässigt werden.

Unterschiedliche Auffassungen mit dem Aufsichtsrat über die künftige Strategie von Plaut hatten bereits Anfang März dazu geführt, dass der bisherige Vorstandssprecher und Co-CEO Nico Brunner zurückgetreten war. Zusammen mit Didier Moscatelli bildet seitdem Michael Ferger die neue Doppelspitze des Consulting-Unternehmens (Computerwoche.de berichtete). (mb)