Marktübersicht Cloud Computing

Plattformen für alle Fälle

Tobias Wendehost
Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
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Auf dem Markt für Platform as a Service (PaaS) tummeln sich klassische Softwareunternehmen ebenso wie neue Cloud-Anbieter. Die Dienste variieren in Umfang und Support je nach Zielgruppe.

Entscheidet sich ein Unternehmen grundsätzlich für PaaS, muss es den passenden Provider finden. Weil Softwarehersteller und Cloud-Dienstleister unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, gibt es große Unterschiede zwischen den Angeboten. So richten sich Amazon und Google bisher primär an kleine Entwicklungsteams. Microsoft, VMware und Salesforce konzentrieren sich auf mittelständische und größere Firmen. IBM wiederum möchte mit seiner Plattform fast ausschließlich große Geschäftskunden ansprechen.

AWS Elastic Beanstalk

AWS Elastic Beanstalk eignet sich derzeit vor allem für kleine Entwicklungsteams.
AWS Elastic Beanstalk eignet sich derzeit vor allem für kleine Entwicklungsteams.

Die Amazon Web Services (AWS) sind bereits seit 2006 mit Cloud-Angeboten auf dem Markt. Zum Portfolio gehören unter anderem virtuelle Rechner (Elastic Compute Cloud, EC2), Speicher (Simple Storage Service, S3) und Datenbank-Services (Relational Database Service, RDS). Im Januar 2011 kam "Elastic Beanstalk" hinzu. Der PaaS-Dienst richtet sich primär an Entwickler, die Applikationen programmieren und anbieten wollen.

Laut AWS überprüft Elastic Beanstalk automatisch Entwicklungsdetails wie Speichernutzung, Load Balancing, Skalierung und die Funktionsfähigkeit der Anwendung. Dabei verspricht der Anbieter die volle Kontrolle durch die Kunden, so dass diese im Bedarfsfall die darunterliegende Plattform sowie Ressourcen anpassen können. Für Java-Entwicklungen läuft auf dem virtuellen Rechner Linux mit einer OpenJDK-Java-Implementierung und Tomcat. Daneben unterstützt das Angebot Apache HTTP Server für PHP sowie Python und den Microsoft-Server IIS 7.5 für .NET.

Die Regulierung der Workloads übernimmt ein Load Balancer beziehungsweise der Amazon "Auto Scaling Service". Bei hoher Auslastung werden automatisch weitere EC2-Rechner zugeschaltet. Die Last errechnet sich aus der Latenzzeit eines Request oder der CPU-Auslastung der einzelnen Server. Anwendungen können in verschiedenen Versionen auf dem Simple Storage Service (S3) abgelegt und wiederhergestellt werden. Die Verwaltung der Applikationen ist mit verschiedenen Werkzeugen möglich. AWS bietet eine Management-Konsole, Git Deployment und ein Kommandozeilen-Interface an, das sich von Linux-, Mac- und Windows-Rechnern aus steuern lässt. Zudem erhält der Kunde ein Toolkit für Visual Studio und Eclipse. Anpassungen durch den Kunden sind jederzeit möglich, so dass Entwickler etwa Einstellungen für die automatisch Skalierung vornehmen können.

Einstieg kostenlos

Da Elastic Beanstalk für Einsteiger kostenlos ist, können Unternehmen das Angebot im Vorfeld testen. Wer die Plattform das erste Mal startet, kann eine Beispielanwendungen installieren. AWS stellt Neukunden ein Kontingent an Ressourcen für ein Jahr kostenfrei zur Verfügung. Entscheiden sie sich für die Plattform, fallen Kosten für verwendete Rechner und Speicherkapazität an. Die Daten werden im Relational Database Service (RDS) abgelegt. Zudem können Kunden die NoSQL-Datenbank Simple DB nutzen.

Ein Vorteil des AWS-Angebots ist, dass Unternehmen auch auf Dienste anderer Anbieter zugreifen können. Eine bewährte Cloud-Infrastruktur und zahlreiche Programmierumgebungen runden den Service ab. Allerdings befindet sich Elastic Beanstalk noch im Beta-Stadium. Die Skalierung der Kapazitäten ist nach Einschätzung von Gartner nicht endgültig ausgereift, da im Vergleich mit anderen Angeboten bei der Lastgrenze neue Rechner zugeschaltet werden. Hier muss AWS noch nachbessern.

AWS Elastic Beanstalk

Vorteile:

  • Dienste anderer Anbieter möglich

  • bewährte Cloud-Infrastruktur

  • kostenloser Einstieg

  • Entwicklung in zahlreichen Programmierumgebungen

Nachteile:

  • Dienst ist noch im Betastadium

  • grobe Skalierung

  • Angebot für größere Geschäftskunden ist noch im Aufbau