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"GuttenPlag"-Wiki

Plagiatsjäger durchforsten Guttenberg-Dissertation

17.02.2011
Die Schummelvorwürfe gegen Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) rufen Plagiatsjäger im Internet auf den Plan.

Im Wiki "GuttenPlag" dokumentieren sie, wo der Politiker möglicherweise abgeschrieben hat. Wie im Online-Lexikon Wikipedia können dort alle Mitarbeiter gemeinsam Texte bearbeiten und etwa eigene Funde hinzufügen.

Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesminister der Verteidigung (CSU)
Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesminister der Verteidigung (CSU)
Foto: zuguttenberg.de

Die Website zeigt für verschiedene Seiten der Dissertation den Text der wissenschaftlichen Arbeit übersichtlich neben der vermuteten Vorlage an, so dass ein direkter Vergleich möglich ist. Die freiwilligen Helfer zählten bis Donnerstagmittag mehr als 20 Fundstellen, von denen der größte Teil aber bereits aus Medien oder der Rezension des Politikwissenschaftlers Andreas Fischer-Lescano bekannt war.

Der Betreiber war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auf der Webseite betont er, dass die Aktion "nichts mit politischer Ausrichtung, persönlicher Schmutzkampagne oder ähnlichem" zu tun habe. Ziel sei es vielmehr, die "wissenschaftliche Integrität eines Doktortitels in Deutschland zu sichern, damit auch weiterhin eine korrekte wissenschaftliche Arbeitsweise von Trägern eines solchen Titels erwartet werden kann."

Auf der Diskussionsseite lobten viele Nutzer das Wiki. "Es ist unsere Pflicht als Bürger, die Politiker, die uns vertreten sollen, zu 'überwachen'", schrieb einer. Nur eine Minderheit kritisierte das Projekt. In einem Kommentar heißt es: "Es stellt sich wirklich die Frage, was hier für Leute zu Gange sind. Wahrscheinlich mal wieder unsere linken Freunde und die Mitbürger, die den ganzen Tag daheim sitzen und sich vom Staat bezahlen lassen." (dpa/tc)