CeBIT

Plädoyers für Web 2.0

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Manager von LinkedIn, Yahoo, Sevenload und Amazon nutzten die Messe, um die Bedeutung ihre Web-Plattformen für die Zukunft zu belegen.

Reid Hoffman, Chairman und President von LinkedIn, betonte auf seiner Keynote im Rahmen der CeBIT Global Conferences, dass in Zeiten des Web 2.0 Social Networks eine zentrale Rolle übernehmen. "Sie sind die Knoten, welche die Teilnehmer verknüpfen und ihnen helfen, die für sie beruflich oder privat relevanten Informationen zu bündeln."

Solch ein "social filtering" sei angesichts der Informationsüberflut dringend nötig. Zugleich zog Hoffman eine Linie zwischen Netzwerken, in denen sich Freunde vor allem zur Unterhaltung, Entspannung und Spielen treffen wie Myspace und solchen, die vor allem einen geschäftlichen Nutzen hätten wie LinkedIn oder Xing. Letztere seien Arbeitsmittel, dienten der Recherche, der Pflege von Partnerschaften und der Lösung beruflicher Probleme.

Reid Hoffman, President bei LinkedIn, sieht eine gesicherte Zukunft für social networks.
Reid Hoffman, President bei LinkedIn, sieht eine gesicherte Zukunft für social networks.

Hoffman riet davon ab, Social Networks auf interne Projekte zu reduzieren, da viele interessante Kontakte dann nicht zustande kämen und wichtige Informationen, beispielsweise über den Markt, nicht oder erst mit Zeitverzug erhältlich seien. Für den Manager ist zudem klar, dass Social Networks keine vorübergehende Erscheinung sind, sondern eine wesentliche Komponente des Arbeitsalltags werden: "Jeder professionelle Anwender braucht ein künftig ein Netzwerk, weil er schneller arbeiten muss und sich Wettbewerbsvorteile verschaffen kann."

LinkedIn habe derzeit 36 Millionen registrierte Nutzer, davon neun Millionen in Europa. Ein Problem sei weiterhin das Geschäftsmodell. Hier setze man derzeit auf eine Kombination aus Endverbraucherwerbung, Abos und der Möglichkeit LinkedIn als Software as a Service (SaaS) zu Miete anzubieten.

Social Media Networks

Eine Lanze für Social Networks brach auch Axel Schmiegelow, CEO des Videoportals sevenload. Im Vergleich zum Fernsehen wollten Verbraucher heute Inhalte zu jeder Zeit, an jedem Ort, nach Bedarf (On demand) nutzen. Zudem seien die Inhalte, die durch die soziale Interaktion im Web entstehen auch als "wertvoller Content" zu betrachten: "Das haben die traditionellen Medien noch nicht erkannt." Zugleich warb Schmiegelow für "social media communities" wie sevenload, veoh der auch Myspace. Anders als Youtube, hulu oder Myvideo gehöre bei diesen Plattformen neben dem Publizieren und Suchen von Videos die Kommunikation unter den Mitgliedern zum integralen Bestandteil der Community.

Schmielgelow plädierte für eine enge Vernetzung von Inhalten und Medien in sozialen Netzwerken. Dies sei auch deshalb wichtig, da man mittlerweile einen Rückgang der Visits in den Communities beobachte: "Jeder wartet darauf, dass etwas passiert." Doch Social networks würden sich nur dann weiterentwickeln, wenn regelmäßig neuer Content verfügbar sei. Text, Videos, Photos und andere Inhalte müssten in einer Umgebung zusammenfinden.

Wie sein Vorredner, räumte Schmiegelow ein, dass die Finanzierung des Netzwerks ein Problem bleibe. Ein Weg sei es, die "Stickyness" zu erhöhen, also Besucher dazu zu bewegen, die Angebote länger und vielfältiger zu nutzen. Speziell für Videoportale wie sevenload seien zudem Urheberrechtsverstöße. Zum einen appellierte er an die Nutzer, keine illegalen Inhalte einzustellen, zum anderen habe man intern eine eigene Abteilung, die sich nur um juristische Probleme kümmere.