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PKWare will Patent auf ZIP-Verschlüsselung

25.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine Zersplitterung des ZIP-Formats wird möglicherweise schon bald durch das US-Patentamt festgeschrieben. Wie jetzt bekannt wurde hat PKWare bereits Mitte Juli ein Patent auf die Kombination von ZIP und Kryptographie angemeldet. Hintergrund des Patentantrags sind Streitigkeiten der ZIP-Erfinders mit dem Marktführer Winzip Computing über die sichere Verschlüsselung von ZIP-Archiven (Computerwoche online berichtete).

PKWare hat das seit Mitte 2002 erhältliche PKZip 5 für Windows um eine neue Kryptographiemethode erweitert, jedoch keine Details dazu veröffentlicht. Winzip Computing bietet seit Mai dieses Jahres ebenfalls eine sichere Technologie an, die jedoch nicht kompatibel zu PKZip ist. In der Folge können Nutzer der unterschiedlichen Packprogramme verschlüsselte Archive nicht austauschen. Damit geht eine wesentliche Stärke des ZIP-Formats verloren, durch die es sich bislang gegen weit leistungsfähigere Kompressionsalgorithmen durchgesetzt hat: die Unabhängigkeit vom eingesetzten Zip-Packer und der Betriebssystemplattform.

Der Patentantrag könnte sich allerdings auch als Bumerang für PKWare erweisen. Zwar will der Hersteller ein Lizenzierungsprogramm entwickeln, an dem auch Winzip Computing teilnehmen müsste, um eine sichere Verschlüsselung mit Winzip anbieten zu können. Experten rechnen jedoch damit, dass in einem solchen Fall der Marktführer seine Anwendung künftig ohne Verschlüsselungsfunktion anbieten wird. Andere Hersteller wie zum Beispiel Aladdin Systems (StuffIt) geben sich ebenfalls zurückhaltend.

Anwender sind ohnehin nicht darauf angewiesen, dass Kryptographiefunktionen mit Packprogrammen integriert werden. Jedes unverschlüsselte ZIP-Archiv lässt sich zum Beispiel mit der ebenfalls plattformunabhängigen und vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) empfohlenen Verschlüsselungstechnik "Gnu PP" vor unbefugtem Zugriff schützen. (lex)