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Phoenix erweitert Bios um Sicherheitsfunktionen

17.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Bios-Hersteller Phoenix will seine Bios-Versionen um ein "Core Management Environment" (CME) erweitern. Das Tool stellt einen abgeschotteten Bereich auf der Festplatte zur Verfügung, in dem sich zum Beispiel Anwendungen wie Recovery- oder Antiviren-Tools abspeichern lassen, sagte Produkt-Manager Bob Gager. Der Zugriff auf das CME erfolgt über eine im ROM des Bios abgelegte Konsole. Dadurch sollen Anwender, denen der Rechner abstürzt, den ursprünglichen Arbeitszustand des Systems wieder herstellen können. CME bringt laut Gager eine eigene Betriebsumgebung mit und funktioniert unabhängig vom installierten Betriebssystem. Dadurch sei das Tool auch nach Systemabstürzen verfügbar. Nutzer können die Arbeitsumgebung zum Beispiel durch das Betätigen einer Panik-Taste am Rechnergehäuse wieder auf den Bildschirm bringen. Denkbar sei auch, automatisch Sicherheitskopien vorher

festgelegter Verzeichnisse anzulegen. Updates für im CME installierte Anwendungen sollen durch digitale Signaturen geschützt sein, neue Programme sollen sich nicht anlegen lassen, um das Einschmuggeln von Viren zu vermeiden.

Welche Anwendungen im CME installiert sein sollen und wie viel Speicherplatz der Umgebung eingeräumt wird, bestimmt jeder PC-Hersteller selbst. Neben Sicherheitswerkzeugen ließen sich über entsprechende Co-Brands mit Phoenix zum Beispiel auch Applikationen wie Bildbetrachter einbinden. CME-Versionen sollen außer für PCs auch für Server und Embedded-Geräte wie Set-Top-Boxen angeboten werden.

Da Phoenix Mitglied in der TCPA (Trusted Computing Platform Alliance) ist, vermuten Experten, dass das CME hauptsächlich für ein digitales Rechte-Management genutzt werden soll. (lex)