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Philips warnt vor Umsatzrückgang im Halbleiterbereich

21.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Elektrokonzern Philips befürchtet, dass seine Umsätze im Halbleiterbereich im dritten Quartal gegenüber dem vorhergehenden Quartal um bis zu 18 Prozent sinken. Bislang hatten die Niederländer nur einen fünfprozentigen Rückgang erwartet. Außerdem gab die Unternehmensleitung auf einem Analystentreffen in Amsterdam bekannt, sie werde im laufenden sowie im vierten Quartal weitere Restrukturierungskosten in Höhe von 20 beziehungsweise 90 Millionen Euro ausweisen. Insgesamt beläuft sich die Gesamtsumme der in diesem Jahr angekündigten Sonderbelastungen damit auf zwischen 1,35 Milliarden und 1,41 Milliarden Euro.

Bereits im zweiten Quartal verbuchte der Halbleiterbereich von Philips mit einem Umsatz von fast 1,3 Milliarden Euro einen Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zu den Einnahmen des Sektors im ersten Vierteljahr beträgt der Schwund immerhin 19 Prozent. Sollte der Umsatz im dritten Quartal - wie von Philips befürchtet - um 17 bis 18 Prozent zurückgehen, rechnen Analysten mit einem um 20 Prozent höheren Verlust. Für die Monate Juni, Juli und August wies Philips Semiconductor als operativen Ergebnis ein Minus in Höhe von 258 Millionen Euro aus.

Philips-Vorstand Arthur van der Poel übte sich jedoch in Zuversicht. Er verkündete auf dem Treffen in Amsterdam, die Einsparmassnahmen im Chipsektor zeigen erste Wirkung, außerdem seien die Lagerbestände der Kunden mittlerweile fast vollständig abgebaut. Deshalb werde bei Philips Semiconductor die Produktion im vierten Quartal wieder ansteigen. Eine Aussage über längerfristige Auswirkungen der Terroranschläge in den USA auf Philips wollte van der Poel dagegen nicht treffen. Analysten rechnen jedoch in Hinblick auf das Produktportfolio des Konzerns, das Consumer-Elektronik, Haushaltsgeräte und Halbleiter umfasst, sowie angesichts der erwarteten Kaufzurückhaltung bei Privatkunden mit einem weiteren Umsatzrückgang.