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Philips sucht Partner für Unterhaltungselektronik-Sparte

01.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist auf der Suche nach zusätzlichen Partnern für seine Sparte Unterhaltungselektronik. Wir planen neue Kooperationen in den nächsten Monaten, sagte Rudy Provoost, Vorstandsmitglied für den Bereich Unterhaltungselektronik, der "Financial Times Deutschland". Dabei seien Partner aus allen möglichen Geschäftsbereichen interessant, egal, ob Software-Anbieter, Hardware-Hersteller oder Firmen, die Inhalte für Unterhaltungselektronikgeräte produzieren. "Wir müssen mit anderen Unternehmen kooperieren, wenn wir auf dem Markt bestehen wollen", sagte Provoost.

Man brauche ein "digitales Ökosystem" mit einer Reihe von Teilhabern. Die IT-Firmen und Telekommunikationsunternehmen, die zur Unterhaltungselektronik drängen, sieht Provoost nicht allein als zusätzliche Wettbewerber - sondern auch als mögliche Partner. Kooperationsprojekte dienen unter anderem dazu, die Kosten in den Griff zu kriegen eine wichtige Vorgabe von Philips-Chef Gerard Kleisterlee für die Sparte Unterhaltungselektronik, deren Gewinnmarge etwa weit hinter der in der viel versprechenden Sparte Medizintechnik hinterherhinkt. Bis Ende 2005 soll Provoost in seinem Geschäftsbereich 400 Millionen Euro im Vergleich zum Jahresende 2002 einsparen. Wir werden dieses Ziel übertreffen und mehr sparen, sagte Provoost gestern.

Philips unterhält bereits eine Reihe von Partnerschaften, um das in der Vergangenheit schwächelnde Geschäft mit Unterhaltungselektronik anzukurbeln: Mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG Electronics betreibt Philips den Flachbildschirmspezialisten LG Philips LCD. Seine PC-Monitor-Produktion hat der niederländische Konzern an das Unternehmen TPV aus Taiwan verkauft, das weiterhin Geräte für Philips fertigt. Mit dem Bezahlsender Premiere wirbt der Elektronikkonzern in Deutschland derzeit außerdem für hochauflösendes Fernsehen (HDTV), das auch auf der am Freitag in Berlin beginnenden Internationalen Funkausstellung (Ifa) im Mittelpunkt steht. "Die Ifa ist der Auftakt, bevor mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die große Welle kommt", hofft Provoost.

Doch obwohl Philips-Vorstand Provoost nach mehr Zusammenarbeit in der Unterhaltungselektronikbranche strebt, steckt auch sein Konzern zurzeit in den zermürbenden Verhandlungen um einen einheitlichen Standard für die nächste DVD-Generation fest. "De facto haben wir erst einmal zwei Standards auf dem Markt, obwohl ein einheitliches Format für die Konsumenten sicherlich besser wäre", gab Provoost zu. (dpa/mb)