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Philips baut die nächste Generation der RFID-Chips

07.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahr wird Royal Philips Electronics einen Chip in Serienproduktion nehmen, der die "Next-Generation"-Spezifikation des EPCglobal-Konsortiums abdeckt. Dieses Gremium ist angetreten, einen einheitlichen elektronischen Produkt-Code (EPC) zu definieren, der sich insbesondere für die Radiofrequenz-Identifikation (RFID) nutzen lässt. Eigenen Angaben zufolge erfüllt Philips mit seiner Neuentwicklung "Ucode EPC G2" den EPCglobal-Standard für Ultra High Frequency (UHF) Electronic Product Code (EPC) Class 1 Generation 2 (G2). Diese Spezifikationen berücksichtigen - im Unterschied zu den Vorgängerversionen Class 0 und Class 1 G1 - die regionalen Unterschiede bei den für RFID-Zwecke zugelassenen Kurzwellenbändern. Auf diese Weise ermöglichen sie es, so Philips, die Radiowellen-Identifikation weltweit zu nutzen.

Wie der im niederländischen Eindhoven ansässige Hersteller weiter mitteilt, hat er die ersten Konstruktionsmuster für den RFID-Chip der zweiten Generation bereits hergestellt und in Kooperation mit Branchenpartnern getestet. Bis zur flächendeckenden Markteinführung werden allerdings noch drei bis sechs Monate vergehen. Um diese Zeit sinnvoll zu nutzen, hat Philips eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Ende-zu-Ende-Lösungen für den Ucode EPC G2 entwickeln soll. Teilnehmer sind die Firmen und Organisationen ASK, Checkpoint, Deister Electronic, Feig, Intermec, Omron, Samsys, Thingmagic, UPM Rafsec sowie X-Ident.

Darüber hinaus habe sich die Metro Group bereit erklärt, die Technologie sofort in der Praxis zu erproben, sobald sie verfügbar sei, wirft sich Philips in die Brust. "RFID zeigt bereits jetzt positive Auswirkungen auf unsere Lieferkette, und der neue EPCglobal-Standard gibt uns die Möglichkeit, aus dieser Technologie noch mehr Nutzen zu ziehen", zitiert der Chip-Hersteller den zuständigen Metro-Manager Gerd Wolfram. Der weltweite Charakter der neuen Spezifikationen biete der Metro Group das Potential zur RFID-Einführung in der gesamten multinationalen Lieferkette: "Dadurch profitieren wir von einer verbesserten Effizienz und können diese Vorteile an unsere Kunden und Lieferanten weitergeben."

Der Ucode EPC G2 weist einen einmalig programmierbaren Speicher für den 96-stelligen EPCglobal-Code auf. Laut Philips deckt er nicht nur alle vorgeschriebenen Befehle ab, sondern warte zudem mit einer Auswahl optionaler Befehle auf. Der Chip arbeite mit einem Antikollisions-Algorithmus, der es erlaube, unter Einhaltung der europäischen Bestimmungen bis zu 600 Etiketten pro Sekunde auszulesen. Der flexibel eingerichtete Application Field Identifier (AFI) schaffe die Voraussetzung dafür, dass sich neben den EPCglobal-Spezifikationen auch die geplanten Kodierungsstrukturen nach ISO 18000-6c abbilden lassen. (qua)