T-Mobile-Datenklau

Philipp Humm zieht persönliche Konsequenzen

06.11.2008
Als Folge des Datendiebstahls bei T-Mobile tritt Deutschland-Chef Philipp Humm als Sprecher der Geschäftsführung der Telekom-Tochter zurück.

Unabhängig von der rechtlichen Beurteilung übernehme Humm "die Verantwortung für die jüngsten Datenvorfälle und deren Aufarbeitung bei der T-Mobile Deutschland", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Humm werde sich in Zukunft auf seine erweiterten Vertriebsaufgaben konzentrieren. Der künftige Sprecher der Geschäftsführung solle für die Bereiche Recht, Datenschutz und Unternehmenssicherheit zuständig sein, aber nicht mehr zusätzlich für den Vertrieb.

Der ehemalige Amazon-Manager Philipp Humm steht weiterhin dem Vertrieb von T-Mobile vor.
Der ehemalige Amazon-Manager Philipp Humm steht weiterhin dem Vertrieb von T-Mobile vor.

Der neue Sprecher soll nun möglichst zügig berufen werden. Durch die Auflösung der Doppelfunktion solle dem Thema Datenschutz - ähnlich wie im Konzernvorstand der Deutschen Telekom - auch bei T-Mobile ein stärkeres Gewicht verliehen werden, erklärte T-Mobile-Aufsichtsratschef Hamid Akhavan. Als Anwärter auf den Posten gilt nach nicht bestätigten Angaben aus Konzernkreisen der Telekom-Manager Georg Pölzl. Er ist seit Anfang 2007 als Sonderbeauftragter für das Effizienzprogramm des Bonner Konzerns zuständig. Zuvor war Pölzl Chef der Telekom-Tochter T-Mobile Austria. Im vergangenen Jahr war er kurzzeitig als Chef der Geschäftskundensparte T-Systems gehandelt worden.

Erst vor wenigen Wochen war der bisherige Telekom-Chefjustiziar Manfred Balz zum neuen Vorstandsmitglied für Datensicherheit ernannt worden. Mit diesen Maßnahmen will der Konzern die Skandale unter anderem um das illegale Ausspionieren von Aufsichtsräten und Journalisten sowie um den schweren Datendiebstahl bei T-Mobile in den Griff bekommen. Balz kündigte an, dass es bei der Aufdeckung der Mängel und Schließung der Sicherheitslücken keine "Bauernopfer" geben werde und führende Manager Verantwortung übernehmen müssten. (dpa/ajf)