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Personaler nutzen Social Media zu wenig

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
In sozialen Netzen können Firmen werben und Mitarbeiter finden. Sie wissen das, tun aber nicht viel dafür.

Obwohl 60 Prozent der Befragten Social Media eine große Bedeutung für den Bereich Human Resources (HR) beimessen, haben zwei von drei der vom Beratungsunternehmen Ifok befragten Personaler keine geregelte Zuständigkeit für das Thema. In 70 Prozent der Unternehmen existiert keine unternehmensweite Social-Media-Strategie, und nur 15 Prozent haben Richtlinien für den Umgang damit.

"Trotz der wachsenden Bedeutung sozialer Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder Xing haben sich deutsche Personalexperten auf die neuen Formen der Kommunikation bisher kaum eingestellt", so Arne Klempert, Leiter des Geschäftsfelds Digitale Kommunikation bei Ifok. Social Media böten ein immenses Potenzial für die Personalarbeit, das Personaler bislang jedoch nur begrenzt nutzten.

Dabei zeigen die Ergebnisse der Studie ein ambivalentes Verhältnis der befragten Personalexperten zum Thema Social Media. Die bereits etablierten Netzwerke wie Xing oder LinkedIn gehören inzwischen zum Alltag vieler Personaler: 80 Prozent der Befragten haben sie im Zusammenhang mit ihrer Arbeit schon einmal besucht. Immerhin 60 Prozent der Befragten informieren sich gelegentlich auf einschlägigen Plattformen über potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber: Das Netz wird kaum als Spiegel für das Unternehmen genutzt. Nicht einmal jeder vierte Personalexperte hat schon einmal von Beurteilungen auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen Kenntnis genommen. Nur vier Prozent der Befragten beobachten systematisch, was über ihr Unternehmen - unter anderem von den eigenen Mitarbeitern - auf Social-Media-Plattformen geschrieben wird.

Mehr als ein Drittel der Befragten nutzt diese Möglichkeit nie. "Damit vergeben erstaunlich viele Unternehmen eine der größten Chancen, die digitale Gespräche bieten: Erfahren, was und wie über das Unternehmen kommuniziert wird", so Klempert.

Die Studie "Social Media und Personalarbeit: Potenzial erkannt. Und genutzt?", an der rund 800 Personaler teilnahmen, ist im Internet unter www.ifok.de/socialmedia-hr abrufbar.