Arbeitsmarkt

Perfekte SAP-Berater - ein knappes Gut

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Stellen für SAP-Consultants gibt es genug, aber auch Arbeitgeber, die hohe Ansprüche an Bewerber stellen. Zudem erweitern neue Technologien rund um Cloud Computing oder Mobile das Anforderungsprofil an Berater.
Der perfekte SAP-Berater ist so selten wie ein Volltreffer auf der Dartscheibe.
Der perfekte SAP-Berater ist so selten wie ein Volltreffer auf der Dartscheibe.
Foto: Radim Strojek - Fotolia.com

Gute SAP-Berater sind immer knapp", weiß Dagmar Schimansky-Geier, Geschäftsführerin der Personalberatung 1a Zukunft aus langjähriger Erfahrung. Die Bonner Beraterin sucht im Auftrag von Konzernen und mittelständischen Unternehmen vor allem SAP-Berater. In den vergangenen Jahren hat sich dabei einiges geändert. Zwar dominieren technische Neuerungen wie Cloud und mobile Anwendungen die Diskussion, doch viele Kunden zögern noch, wenn es um die Umsetzung geht. "Einerseits ist nicht jeder gern Vorreiter in neuen Technologien, sondern wartet lieber ab, wie das bei den anderen funktioniert. Andererseits befürchten sie, dass die Sicherheitsanforderungen nicht ausreichend erfüllt werden", beobachtet Schimansky-Geier. Deshalb sei die Nachfrage nach Bewerbern mit Spezialkenntnissen in Cloud-Technologien noch zurückhaltend. "In Beratungshäusern ist es ein Thema, doch mittelständische Firmen warten ab, bevor sie sich mit Cloud-Technologien beschäftigen. Große Unternehmen bauen interne Clouds auf, um sich an die verschiedenen Facetten der Technik heranzutasten", so die Beraterin.

Dagmar Schimansky-Geier, 1a Zukunft: "Die Firmen sind anspruchsvoll und suchen Berater mit fachlichen und sozialen Kompetenzen." Foto: Privat
Dagmar Schimansky-Geier, 1a Zukunft: "Die Firmen sind anspruchsvoll und suchen Berater mit fachlichen und sozialen Kompetenzen." Foto: Privat

Die Skepsis mancher Arbeitgeber hindert diese aber keineswegs daran, ein umfassendes Anforderungsprofil vorzulegen, das die Bewerber komplett erfüllen sollten. "Unsere Kunden sind sehr anspruchsvoll und suchen vor allem projekterfahrene Berater, die fachlich und persönlich hohen Ansprüchen genügen sollten", erzählt Schimansky-Geier. "Erfüllt ein Bewerber alle fachlichen Kriterien, bringt aber keinen Hochschulabschluss mit, holen wir viele Referenzen ein, die seine Qualifikation belegen." Erst dann gelinge es, gute Kandidaten erfolgreich zu vermitteln.

Anspruchsvoll und auf der Suche nach neuen SAP-Beratern ist auch Matthias Moeller, Geschäftsführer von Arvato Systems Technologies GmbH in Gütersloh. Das IT-Systemhaus des Bertelsmann-Konzerns beschäftigt mehr als 1800 Mitarbeiter, von denen rund 300 ausschließlich für den Geschäftsbereich SAP arbeiten. "Wir möchten in den kommenden eineinhalb Jahren etwa 100 weitere SAP-Berater rekrutieren", sagt Moeller. Auch in anderen Geschäftsfeldern will Arvato Systems wachsen und bald den 2000sten Kollegen begrüßen. Moeller ist zuversichtlich, dass er für diese Positionen auch die passenden Mitarbeiter findet. "Wir engagieren uns sehr im Recruitment", so Moeller. Das Unternehmen nutzt etwa unterschiedliche Social-Media-Kanäle, um sich im Markt als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.