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Peregrine verschiebt Pflichtveröffentlichungen

15.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Peregrine Systems, erst im August wieder aus dem Gläubigerschutz aufgetaucht, kann eine Reihe von Pflichtveröffentlichungen bei der US Börsenaufsicht - konkret geht es um die Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2003 und die ersten beiden Quartalsberichte für 2004 - nicht fristgerecht abliefern. Finanzchef Ken Sexton erklärte, man habe zwar "signifikante Fortschritte" erzielt, es dauere aber länger als gedacht, verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen (unter anderem den Verkauf einer Reihe von Geschäftsfeldern im Jahre 2003) einzuarbeiten.

Der auf Asset-Management-Software spezialisierte Anbieter sieht sich derzeit außerstande, einen genauen Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Bilanzen zu nennen. Als Verstärkung für das interne Finanz-Team wurde Branchenveteran David Sugishita rekrutiert. CEO John Mutch räumte ein, Peregrine müsse seine "finanziellen Kontrollen und Prozeduren verbessern".

Peregrine hatte im Mai vergangenen Jahres Fehlbuchungen eingestanden, CEO Steve Gardner und CFO Matt Glass mussten deswegen ihre Sessel räumen. Gläubigerschutz gemäß Paragraph elf des US-Konkursrechts beantragte Peregrine im September 2002. Für die Geschäftsjahre 2001 und 2002 wurden im Zuge einer Revision im März dieses Jahres 509 Millionen Dollar zu viel verbuchte Einnahmen aus den Büchern gestrichen. Unter dem neuen CEO Mutch strebt das Unternehmen ein Relisting an der Nasdaq für Februar 2004 an. (tc)