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Peptid verhindert Eintritt des Hepatitis-B-Virus in die Leberzelle

28.02.2008
Von pte pte
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg http://www.uniklinik-heidelberg.de haben in einem Mausmodell einen Eiweißbestandteil (Peptid) des Hepatitis-B-Virus entdeckt, der eine Virus-Infektion verhindern konnte. Bei dem im Labor hergestellten Peptid handelt es sich um ein Teilstück der Virushülle, das für den Eintritt des Virus in die Leberzelle notwendig ist. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,8 Mio. Euro unterstützt.

"Mit dem Zuschuss vom Bundesministerium sollen 130 Gramm der Substanz, mit der wir zur Zeit noch beschäftigt sind, hergestellt werden. Bis Herbst dieses Jahres soll die Herstellung dann abgeschlossen sein. Anschließend stehen toxikologische Studien an", erklärt Stephan Urban, Leiter der Forschungsgruppe Hepatitis-B-Virus an der Uniklinik Heidelberg auf Anfrage von pressetext. Das Forscherteam plant zudem Studien an chronisch infizierten Schimpansen durchzuführen. "Eine Applikation bei Patienten wird also frühestens in zwei Jahren möglich sein", sagt Urban. "Das Peptid wurde den Mäusen subkutan verabreicht, also ähnlich wie Insulin. Aus der Stabilität des Peptids erwarten wir, dass die Substanz etwa nur alle zwei bis drei Tage injizieren werden muss", ergänzt der Wissenschaftler.

Hepatitis B stellt eine der größten Gesundheitsprobleme weltweit dar. Die Erkrankung kann abhängig vom Alter in ein chronisches Stadium übergehen. Der Erkrankte wird zu einem hochansteckenden Virusträger. In Österreich gibt es laut Schätzung der WHO rund 42.000 Virusträger. In Deutschland belaufen sich die Zahlen auf 300.000 Patienten, die bereits an chronischer Hepatitis B leiden. "Laut Impfplan sollte jedes Kind in Österreich, das nach 1998 geboren wurde, gegen Hepatitis geimpft sein", erklärt Peter Ferenci, Hepatitis-Experte an der Klinik für Innere Medizin am AKH Wien. "Die Hauptübertragung des Hepatitis-B-Virus erfolgt über Geschlechtsverkehr oder durch gemeinsamen Gebrauch von Spritzenbesteck unter Drogenabhängigen. Ein großes Problem stellt zudem die Migrantenpopulation dar. Die Hälfte der Hepatitis-B-Patienten kommen aus der Türkei oder Fernost", sagt Ferenci. Nach Angaben des Experten kann die Hepatitis-B-Erkrankung akut verlaufen, wobei eine Ausheilung bei ungefähr 90 Prozent der Infizierten nach spätestens sechs Monaten erfolgt. Ist nach einem halben Jahr keine Heilung eingetreten, so gilt die Hepatitis als chronisch.

"Der Einsatz des Peptids ist bei Co-infizierten Patienten geplant, die eine chronische Hepatitis und eine Hepatitis Delta Virus (HDV) haben. Interessant bei der Anwendung bei chronisch Infizierten ist, da ein "turnover" von Hepatozyten durch das Immunsystem stattfindet", erklärt Urban. Zudem ist diese Arbeit für den Forscher ein Beispiel für gelungene transnationale Forschung. "Also von reiner Grundlagenwissenschaft im Reagenzglas hin zu einem möglicherweise hochwirksamen Arzneimittel", meint Urban. (pte)