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Peoplesoft verliert weiteren Top-Manager

15.10.2004

Peoplesoft verliert mit Ram Gupta den Kopf seiner Entwicklungsabteilung. Der 41-jährige betreute seit dem Jahr 2000 den Bereich Produkte und Technologien des im US-amerikanischen Pleasanton beheimateten Herstellers. Bislang wollten Vertreter des Softwareanbieters den Abgang des Executive Vice President nicht kommentieren. Daher ist auch nicht klar, ob Gupta seinen Posten freiwillig geräumt hat oder, wie sein CEO Craig Conway wenige Wochen zuvor, gefeuert wurde. Um Guptas Posten neu zu besetzen, reaktivierten die Peoplesoft-Verantwortlichen den Firmenveteran Stan Swete, der 2002 seinen Ruhestand angetreten hatte. Mit Swete tritt nach Firmengründer David Duffield, der Conway abgelöst hatte, ein weiterer altgedienter Manager des Unternehmens wieder zurück ins Rampenlicht. Inwieweit mit den Management-Wechseln eine Änderung der Firmenstrategie einhergehen wird, ist momentan noch nicht absehbar.

Peoplesoft befindet sich seit nunmehr 16 Monaten in einem Abwehrkampf gegen die feindlichen Übernahmebemühungen seitens Oracle. Der Datenbankspezialist bietet aktuell 21 Dollar je Peoplesoft-Papier. Damit hätte der Deal ein Gesamtvolumen von 7,7 Milliarden Dollar. Nach Conways Rauswurf gehen Experten davon aus, dass die Peoplesoft-Verantwortlichen ihre starre Abwehrhaltung in absehbarer Zeit aufgeben und sich verhandlungsbereit zeigen werden. Gestritten wird wohl um den Preis. Bislang hat die Peoplesoft-Führung jedes Angebot von Oracle als unzureichend zurückgewiesen. Hochrangige Oracle-Manager, darunter auch Firmenlenker Lawrence Ellison, haben dagegen in den vergangenen Tagen durchblicken lassen, dass sie eher daran denken, ihr Angebot zu reduzieren. (ba)