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Peoplesoft beendet Kundenschutzprogramm

06.04.2004

Nachdem sowohl das US-Justizministerium wie auch die EU-Kommission Vorbehalte gegen die Übernahmepläne des Konkurrenten Oracle geäußert haben, wiegt sich Peoplesoft nun offensichtlich in Sicherheit: Die kalifornische Softwareschmiede ließ zu Ende des ersten Quartals (31.März) ihre umstrittene Geld-zurück-Garantie sang- und klanglos auslaufen. Zwar bleiben die Garantieansprüche erhalten, Neukunden können das Programm aber nicht mehr in Anspruch nehmen.

Peoplesoft hatte dieses Kundenschutzprogramm kurz nach dem ersten Übernahmeangebot von Oracle im Juni 2003 eingeführt und mehrmals verlängert. Darin versprach der ERP-Anbieter den Käufern seiner Software eine Entschädigung in Höhe des zwei- bis fünffachen Kaufpreises, falls das Unternehmen innerhalb zweier Jahre übernommen und anschließend der Support der Peoplesoft-Produkte eingestellt werde. Ziel des "Customer Assurance Program" ist es, für die Kunden das Risiko eines Besitzerwechsels zu minimieren und gleichzeitig Oracle die feindliche Übernahme so schwer und teuer wie möglich zu machen. So waren die potenziellen Schadensersatzansprüche an den Datenbankriesen bis Jahreswechsel 2003/04 bereits auf 1,56 Milliarden Dollar angewachsen. Oracle und einige Aktionäre, die der Fusion positiv gegenüberstehen, hatten daher bereits im vergangenen Jahr auf eine Rücknahme des Kundenschutzprogramms geklagt. (mb)