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Peoplesoft-Anwender machen sich Sorgen

24.02.2006
Ob und wann sie die geplante "Fusion"-Suite implementieren können, ist den neuen Oracle-Kunden schleierhaft.

Seit der Übernahme durch Oracle sind 13 Monate vergangen, aber viele Anwender der ehemaligen Peoplesoft-Produkte sind immer noch unsicher, wie sich ihre Anwendungslandschaft weiterentwickeln wird. Das ergab eine Blitzumfrage, in deren Rahmen die CW-Schwesterpublikation "Computworld" ein Dutzend ehemaliger Peoplesoft-Kunden interviewte.

Sieben der zwölf Befragten betrachten die Übernahme optimistisch oder zumindest neutral. Die anderen fünf lobten immerhin Oracles Bereitschaft, mit den hinzugewonnenen Kunden zu kommunizieren - entweder direkt oder über die Anwenderorganisationen Quest International Users Group, die vor dem Merger auf Konfrontationskurs zu Peoplesoft gegangen war. Allerdings sagten diese Anwender auch, dass sie sich mehr oder weniger große Sorgen machten - vor allem hinsichtlich "Fusion Application", der nächsten Generation von Oracles Anwendungs-Suite. Das in Entwicklung befindliche Softwarepaket soll Best-of-Breed- Module unterschiedlichen Ursprungs vereinen. (Siehe dazu auch: Siebel bringt Oracles Fusion-Pläne durcheinander.)

Wie die Roadmap und die Migrationspfade konkret aussehen, ist vielen der einstigen Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Kunden offenbar noch schleierhaft. Das kritisierte auch der Analyst David Dobrin, der in Diensten des Bostoner Beratungsunternehmens B2B Analysts Inc. steht: "Es sieht nicht so aus, als ob Oracle ernsthaft auf die natürlichen Interessen der Leute eingehen würde, die eine Entscheidung hinsichtlich Fusion treffen müssen."

Diese Unsicherheit spielt offenbar dem Oracle-Konkurrenten SAP in die Karten. Eigenen Angaben zufolge gelang es ihm mit Hilfe seines "Safe-Passage"-Programms, im vergangenen Jahr etwa 200 Oracle-Kunden auf seine Seite zu ziehen. Bei den Anwendern, die sich bei der ERP-Migration auf SAP-Software hätten unterstützten lassen, habe es sich zum Großteil um ehemalige Peoplesoft-Kunden gehandelt. (qua)