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Peoplesoft-Aktionäre wollen per Gericht Giftpillenstrategie verbieten lassen

16.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Damit musste das Management rechnen: Jetzt bemüht auch eine Gruppe von Peoplesoft-Aktionären die Gerichte, um die Giftpillen-Strategie des Peoplesoft-Managements zu durchkreuzen. Dieses hatte vergangenes Jahr die Poisen Pills gelegt, um so eine feindliche Übernahme abzuwehren.

Auch Oracle hatte deswegen geklagt, ein Urteil steht unmittelbar bevor. Der vorsitzende Richter, Vice-Chancellor Leo Strine Jr., könnte, sollte er der Oracle-Klage stattgeben, Peoplesoft beispielsweise verbieten, neue Aktien auszugeben. Würde Peoplesoft dies tun, verteuerte sich der Merger für den Datenbankanbieter erheblich.

Außerdem könnte Peoplesoft gezwungen werden, das "Customer Assurance Program" aufzugeben. Es garantiert Peoplesoft-Kunden hohe Zahlungen für den Fall, dass die Ellison-Company nach einem Merger Peoplesoft-Produkte nicht mehr weiter entwickelt und einstellt. Insgesamt kann Oracle allein diese Giftpille laut einem Geschäftsbericht von Peoplesoft zusätzlich rund 2,425 Milliarden Dollar kosten.

Richter Strine leitet im Übrigen nicht nur das Oracle-Verfahren gegen Peoplesoft. Er wird auch in der Klage der Peoplesoft-Aktionäre den Vorsitz führen.

Bruce Jameson, der die Gruppe vor Gericht anwaltlich vertritt, sagte, die Voraussetzung für eine Klage, um die Giftpillen verbieten zu lassen, hätten sich verändert, seit ein US-Gericht die Kartellrechtsklage des US-Justizministeriums abgewiesen und den Weg für eine Fusion frei gemacht habe und nachdem ferner die europäischen Kommission ebenfalls ihr Plazet zum Merger gegeben habe. (jm)