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Pensionsfonds hält HP-Compaq-Merger für zu riskant

11.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der einflussreiche US-Penisonsfonds California Public Employees' Retirement System (Calpers) will am 19. März gegen die geplante Fusion von Hewlett-Packard (HP) und Compaq stimmen. Die Gesellschaft besitzt zwar nur einen 0,4-prozentigen Anteil an HP, ist jedoch dafür bekannt, das Verhalten von Unternehmen peinlich genau unter die Lupe zu nehmen. Der Fonds verwaltet ein Vermögen von insgesamt 152 Milliarden Dollar, darunter Beteiligungen an rund 1700 an der Börse gehandelten Firmen. Calpers ist zudem der erste institutionelle Anleger, der den Mega-Merger entgegen der vor kurzem veröffentlichten Empfehlung der Beratungsfirma ISS (Institutional Shareholder Services) öffentlich ablehnt. Der Pensionsfonds ist ISS-Kunde.

Calpers begründete seinen Widerstand vor allem damit, dass HP mit rund 22 Milliarden Dollar einen viel zu hohen Preis für den texanischen Computerhersteller bezahlen wolle und dadurch wahrscheinlich "negative finanzielle Konsequenzen" erleiden werde. Ferner berge die Transaktion "signifikante Integrationsrisiken". Calpers-Sprecherin Pat Macht erklärte zudem, der Fonds werde am 20. März auch mit den 6,5 Millionen Anteilen, die er an Compaq besitzt, gegen den Merger zu stimmen.

Während sich HP-Sprecherin Rebecca Robboy enttäuscht über die Entscheidung von Calpers äußerte, begrüßte Merger-Gegner Walter Hewlett das Votum des Pensionsfonds. In einem offenen Brief an die HP-Aktionäre zeigte sich der Sohn von William Hewlett zuversichtlich, dass die geplante Fusion scheitern werde. Hewlett fügte hinzu, dass auch das Ontario Teachers Pension Plan Board, einer der größten Pensionsfonds in Kanada, mit seinen HP-Anteilen gegen den Merger stimmen wolle. Bislang konnte Hewlett über 20 Prozent der HP-Stimmen für seine Sache gewinnen. Analysten schätzen, dass es auf der anstehenden Hauptversammlung zu einem sehr engen Ergebnis kommen wird, bei dem auch die Stimmen der Kleinaktionäre ins Gewicht fallen werden. (ka)